Büromöbelmarkt kämpft mit Preisdruck und Stagnation

20. Mai 2005, 16:48
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Studie: Exporte 2004 erstmals wieder gestiegen - Mehr Nachfrage wird aus Russland verzeichnet - Bene 2004 Marktführer

Wien - Der österreichische Büromöbelmarkt kämpft weiter mit einer Stagnation und einem enormen Preisdruck. Seit dem Jahr 2000 verzeichnete die österreichische Büromöbelindustrie vor allem auf Grund des Preisverfalls rückläufige Umsätze. Nach 237,3 Mio. Euro im Vorjahr sei heuer eine geringfügige Steigerung der Produktion auf 238,0 Mio. Euro zu erwarten, meint der Berater Kreutzer Fischer & Partner in einer der APA vorliegenden aktuellen Marktstudie.

Besserung nicht in Sicht

Die westeuropäischen Exportmärkte würden sich weiter zäh entwickeln, nur mit "Spotgeschäften" in Osteuropa, Russland und im Nahen Osten lasse sich noch Geld verdienen. Am heimischen Markt floriere nur das Ersatzgeschäft.

2004 habe der heimische Büromöbelmarkt die Exporte erstmals wieder deutlich um 23 Prozent auf 89 Mio. Euro gesteigert, berichtet Kreutzer Fischer & Partner. Vor allem die Nachfrage aus Russland habe gewaltig zugenommen, während sich die westeuropäischen Märkte weiterhin verhalten entwickeln würden. Bene sei 2004 Marktführer geblieben, vor Hali, Neudörfler und Svoboda.

Deutscher Markt stark eingebrochen

Trotz gesteigerter Exporte haben sich die Preise im Vorjahr nicht erholt. In der Branche war vor drei Jahren eine Rabattschlacht - selbst bei kleinen Projekten von drei bis vier Arbeitsplätzen - durch unausgelastete Kapazitäten in Folge eines Rückgangs im Export ausgebrochen, heißt es in der Analyse. Der für den heimischen Export wichtige deutsche Markt sei in den vergangenen vier Jahren beispielsweise um nahezu 40 Prozent eingebrochen, auch in den Niederlanden, in Großbritannien und Frankreich stünden die Märkte unter Druck.

Im Gegensatz zu anderen Ländern werden Büromöbel in Österreich nicht über einen unabhängigen Büromöbelhandel, sondern direkt durch die Büromöbelhersteller vertrieben, die einen Umsatzanteil von rund 85 Prozent haben. Da Vertriebskapazitäten nur langsam an die Marktentwicklung angepasst werden könnten, würden die Kosten zur Zeit "wie Mühlsteine schwer am Hals der Hersteller" hängen, meint der Berater. (APA)

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