Emittenten der Budapester Börse wehren sich gegen Osteuropa-Börse

13. Mai 2005, 19:15
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Erste Bank-Chef Treichl hatte zuletzt laut über Standort Bratislava nachgedacht - OTP-Bank-Chef droht mit Gründung einer eigenen Aktienbörse

Wien - Emittenten der mehrheitlich in österreichischem Besitz stehenden Budapester Börse (BSE) proben den Aufstand wegen der Anregungen zur Schaffung einer gemeinsamen Osteuropa-Börse, wie von Erste-Bank-Chef Andreas Treichl mehrmals vorgeschlagen. Nach einem Bericht der ungarischen Nachrichtenagentur MTI-Econews vom Montag fordert OTP-Bank-Chef Sandor Csanyi Gespräche der BSE-Aktionäre mit den Emittenten und droht mit der Gründung einer eigenen Aktienbörse.

Gründung einer zweiten Börse angedacht

"Es wirkt befremdend, dass einer der Hauptaktionäre der Budapester Börse Äußerungen über deren Zukunft macht ohne zuerst mit den großen Emittenten zu sprechen", wird Csanyi zitiert. Es gebe kein Gesetz, das die Gründung einer zweiten Börse in Budapest verbiete, fügte er hinzu. Einige Emittenten würden diese Möglichkeit "ernsthaft in Erwägung ziehen".

Die OTP Bank ist dem Bericht zufolge mit rund 30 Prozent Umsatzanteil der meistgehandelte Titel der BSE. Auf die vier größten Titel - dazu zählen neben OTP der Ölkonzern MOL, der Telekom-Anbieter Matav und der Chemiewert Richter - entfallen vier Fünftel des gesamten Börsenhandels.

Treichl brachte Bratislava ins Spiel

Bereits mehrmals hat Treichl die Gründung eines gemeinsamen Aktienmarkts für Osteuropa vorgeschlagen und die slowakische Hauptstadt Bratislava als geeigneten Standort ins Spiel gebracht. "Bratislava ist nur eine Möglichkeit und unter Umständen eine politisch machbare, wobei steuerliche Gründe natürlich auch helfen", so der Erste-Bank-Chef Mitte April.

Im Mai 2004 hatten österreichische Banken und die Wiener Börse eine Mehrheit an der BSE erworben. Seitdem hält die Bank Austria Creditanstalt (BA-CA) über ihre ungarische Tochter HVB Bank Hungary 25,2 Prozent, die Erste Bank 12,2 Prozent, die Raiffeisen Zentralbank (RZB) 6,4 Prozent und die Oesterreichische Kontrollbank (OeKB) 11 Prozent. Die Wiener Börse ist an der BSE mit 14 Prozent beteiligt. Insgesamt steht die Budapester Börse damit zu 68,8 Prozent in österreichischem Eigentum. (APA)

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    In Ungarn wehrt man sich gegen Pläne der österreichischen Mehrheitseigentümer der Budapester Börse für eine eigene Osteuropa-Börse.

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