Liverpool gegen Chelsea um Finale

3. Mai 2005, 22:39
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Erster englischer Finalist seit 1999 wird Dienstag ermittelt - Nach 0:0 im Hinspiel ist an der Anfield Road alles möglich

Liverpool - Vor dem Rückspiel des ersten rein englischen Halbfinales in der Fußball-Champions-League am Dienstag an der Liverpooler Anfield Road (20.45 Uhr/Premiere und Sat.1) spricht eigentlich alles für den Favoriten FC Chelsea. Die "Blauen Millionäre" haben in dieser Saison auf nationaler Ebene alle drei Duelle (1:0/h, 1:0/a Liga bzw. 3:2 n.V./Liga-Cup-Finale) gewonnen. Dazu kommt, dass sie am Samstag nach 50 Jahren ihren zweiten Titel in der Premiere League einfuhren.

Und dennoch, der erste Finalist, der am 25. Mai in Istanbul auf PSV Eindhoven oder AC Milan (Mittwoch/erstes Spiel 0:2) trifft, steht noch lange nicht fest. Denn wie die "Reds" vor einer Woche im Stadion an der Stamford Bridge auftraten und ein torloses Remis im Hinspiel erkämpften, war beeindruckend. Daher ist wie im Lotto alles möglich. "Das ist das wichtigste Spiel meines Lebens. Wir brauchen elf Gladiatoren, damit das Dach wegfliegt", fordert Steven Gerrard, der Kapitän des Rekordmeisters, stellvertretend für alle Liverpooler.

"Warum sollen wir nicht gewinnen können? Der Gegner hat zwar das teuerste Team der Welt, steht aber unter dem großen Druck, dass er Trophäen gewinnen muss", sagte der spanische Trainer Rafael Benitzez, der im Vorjahr mit dem FC Valencia den UEFA-Cup geholt hat. Zwar muss er Xabi Alonso (gesperrt) ersetzen, doch zum Glück ist Dietmar Hamann (Innenbandriss) rechtzeitig fit geworden. Der Deutsche gilt wegen seiner großen Erfahrung als Hoffnungsträger in der Schlüsselrolle im defensiven Mittelfeld. "Er wird uns führen und Halt geben", glaubt Gerrard.

Hamann selbst sagte: "Die Chancen stehen 50:50, auch wenn sie sich vielleicht ein kleines bisschen zu unseren Gunsten gedreht haben." Die Statistik spricht jedenfalls für die "Roten", die sich in der dritten und letzten Quali-Runde gegen den GAK 2:0 (a) und 0:1 (h) durchgesetzt haben: Von 135 Matches auf nationaler Ebene haben sie bei 26 Remis und 47 Niederlagen 62 gewonnen. Das alles lässt die Londoner freilich nicht vor Ehrfurcht erstarren. Fix ist nur, dass erstmals nach 1999 (ManU im Finale 2:1 Bayern) wieder Engländer um die wertvollste europäische Klubtrophäe spielen werden.

Chelsea ist natürlich überzeugt davon, das Erbe von "ManU" anzutreten. "Wir kommen als Meister, werden entsprechend selbstbewusst auftreten und steigen auf. Wir haben schon zwei Titel geholt, mit der Champions League soll noch ein dritter dazukommen. Wir haben den FC Barcelona und Bayern München geschlagen. Damit haben wir bewiesen, dass wir gegen große Mannschaften bestehen können", verkündete Kapitän John Terry. Ebenso sicher gibt sich Jose Mourinho, der nach dem FC Porto nun Chelsea zum Titelgewinn führen will.

"99,9 Prozent der Liverpool-Fans glauben, sie seien schon im Finale. Aber das sind sie nicht. Ich mag diese Ausgangslage sehr und bin sicher, dass wir ins Finale kommen", tönte der portugiesische Erfolgscoach. "Im Vorjahr mit dem FC Porto haben wir auch daheim 0:0 gegen Deportivo La Coruna gespielt und sind weitergekommen. Vertraut mir: Wir schaffen es." Auch Frank Lampard vermittelt Optimismus pur: "Wir haben in dieser Saison von vier Duellen drei für uns entschieden, außerdem hat Liverpool drei Mal nicht gescort."

Mit welchem Personal, Chelsea der Aufstieg gelingen soll, ist noch nicht ganz klar. Mourinho muss die Fitness der beiden "Flügel" Robben und Duff überprüfen und letztlich entscheiden, ob er einen oder beide von Beginn an bringen oder gar zunächst auf beide verzichten soll. Vor dem Hinspiel hatte es angeblich zwischen dem Trainer und Robben Diskussionen über die Fitness des Niederländers gegeben. Robben soll damals abgelehnt haben, zu beginnen. Der Niederländer kam dann nach der Pause und sagte danach: "Ich war noch nicht bei 100 Prozent."(APA/dpa/Reuters)

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    Rafael Benitez stimmt seine Spieler auf den großen Auftritt ein.

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