Denkmalschutz: Herbert Fux kämpft an der Seite der Wiener ÖVP

2. Mai 2005, 13:51
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Dachaufbauten "eine Schweinerei" - Engagement im Wahlkampf möglich

Wien - Nach dem Wechsel von Günter Kenesei zum ÖVP-Rathausklub ist es der Wiener Volkspartei am Montag gelungen, einen weitere grüne Symbolfigur für ihre Ziele zu gewinnen: Herbert Fux hat sich bei einer Presseführung der ÖVP "wider die architektonischen Scheußlichkeiten" der Bundeshauptstadt eingesetzt. Vor allem die Dachausbauten ließen den Aktivisten klare Worte finden: Diese seien "eine Schweinerei".

Fux wetterte gegen "die systematische Zerstörung des Weltkulturerbes Innere Stadt". Unter Bürgermeister Michael Häupl (S) sei es zum Normalzustand geworden, Gründerzeitbauten durch moderne Aufbauten zu "verhunzen": "Das hätte es unter (SP-Bürgermeister Helmut, Anm.) Zilk nicht gegeben." Ganz Wien werde in den nächsten 20 Jahren Baustelle bleiben, weil sukzessive alle Häuser aufgestockt würden, prophezeite Fux.

"Potemkinsche Fassaden"

Das Gleiche gelte für die Entkernung von Altbauten: "Potemkinsche Fassaden" würden stehen gelassen, das eigentliche Gebäude jedoch abgerissen. Diese Transformation bliebe dem Wiener allerdings verborgen. Bedroht seien hier etwa die ehemalige Telegrafenstation am Börsenplatz, die komplett unter Denkmalschutz stehe, aber zum Hotel umgebaut werden solle. Ebenso wolle "eine Immobilienschickeria mit Unterstützung der Politik" das Reichsgericht in der Riemergasse zum Hotel "verunstalten".

ÖVP-Klubobmann Matthias Tschirf begründete das Engagement seiner Partei beim Denkmalschutz damit, dass die "Stadtästhetik" in den vergangenen Jahren vernachlässigt worden sei. Das reiche von der Ruine der Sofiensäle, für die nach wie vor keine Lösung gefunden sei, bis hin zur "Asphaltwüste" Schwarzenbergplatz.

Themenbezogen auf den Denkmalschutz könne er sich vorstellen, am Wahlkampf der ÖVP teilzunehmen, ließ der langjährige Grüne Fux aufhorchen. Bei dieser Partei sei in den vergangenen Jahren das Bewusstsein gewachsen, das Veränderungen Not täten. Außerdem sei er ohnehin "ein bürgerlicher Grüner" - eine Mitgliedschaft bei der ÖVP schloss Fux allerdings aus. (APA)

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    Fux mit Wiener VP-Obmann Tschirf

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