IPI beanstandet Verstöße gegen die Pressefreiheit in 190 Nationen

9. Mai 2005, 08:39
posten

Jahresbericht anlässlich des Internationalen Tages der Pressefreiheit veröffentlicht

Anlässlich des am Dienstag stattfindenden internationalen Tages der Pressefreiheit hat das Internationale Presseinstitut (IPI) Kritik daran geübt, dass im vergangenen Jahr in 190 Nationen Verstöße gegen die Pressefreiheit verzeichnet werden mussten. Menschenrechtsorganisationen, also auch internationale Organisationen zur Förderung und Verteidigung der Pressefreiheit, bräuchten zur Erfüllung ihrer Aufgaben die volle Unterstützung der Medien, appellierte das IPI am Montag in einer Medienmitteilung.

Verstäße in 190 Nationen

Im neuen IPI-Jahresbericht "World Press Freedom Review 2004" wurden 190 Nationen mit Verstößen gegen die Pressefreiheit erwähnt. In autoritär geführten Staaten und in den jungen Demokratien - insbesondere in der Dritten Welt - komme es immer wieder zu "Attacken auf Journalisten, ungerechtfertigen Verurteilungen von Medienmitarbeitern, Entwürfen und Vorlagen von restriktiven Mediengesetzen, vielfältigen Bedrohungen von Medienunternehmungen (von politischem Druck bis hin zu gesetzwidrigen Übergriffen, wie z.B. Hausdurchsuchungen oder Beschlagnahme von redaktionellen Unterlagen), Einschränkungen der Meinungsfreiheit und Ausübung von Zensur, Blockierung der Reisefreiheit von Journalisten, etc."

"Soul Searching"

Die in Wien ansässige Organisation appelliere daher an die Chefredakteure und Chefs vom Dienst, bei ihren Redaktionskonferenzen zum Weltpressefreiheitstag ein innerbetriebliches "Soul Searching" durchzuführen, ob und in welchem Ausmaß dem Thema Pressefreiheit redaktioneller Raum gewidmet wird. Die Veröffentlichung von Aussendungen von Pressefreiheitsorganisationen und der damit entstehende öffentliche Meinungsdruck seien die einzig wirksame Hilfe für bedrohte Journalisten und Medien.

"unsichtbarer Schutzwall"

Immer wieder stelle IPI fest, "dass ein entsprechendes Medienecho zur Zurücknahme von Rundfunk- und Pressegesetzentwürfen führt, aber auch zur Revision von Urteilen, zu Begnadigungen oder vorzeitiger Entlassung aus dem Gefängnis. Ebenso werden die in manchen Ländern und Regionen fast zur Routine gewordenen persönlichen Angriffe und Attacken auf Journalisten entsprechend eingeschränkt. Diese mutigen Kollegen verweisen immer wieder darauf, dass ein internationales Medienecho in ihrer Situation wie ein 'unsichtbarer Schutzwall' wirkt", ist der Aussendung zu entnehmen.

Ständige Wachsamkeit

In fast zwei Drittel der Staaten dieser Welt sei der Kampf um die Pressefreiheit die "Voraussetzung für eine demokratische Entwicklung", schreibt IPI, "Aber auch in den so genannten 'voll entwickelten' Regionen kann die Pressefreiheit nur durch ständige Wachsamkeit erhalten und garantiert werden." (APA)

Nachlese

Pressefreiheit lässt auf sich warten - Dienstag begehen Journalisten- und Medienorganisationen den jährlichen Welttag der Pressefreiheit - von feiern keine Rede

Share if you care.