Neue UNICEF-Chefin Veneman im Amt

17. Mai 2005, 11:00
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Kritik an konservativer Bush-Anhängerin - Aufklärung und Familienplanung könnten in Hintergrund geraten

Genf - Die ehemalige US-Landwirtschaftsministerin Ann Veneman (55) hat am Sonntag ihr Amt als neue Direktorin des UN- Kinderhilfswerks UNICEF angetreten. Sie ist Nachfolgerin von Carol Bellamy, die nach zehn Jahren turnusmäßig ihr Amt niederlegen musste.

Bush-Anhängerin

Während Bellamy eine liberale und aufklärerischen Kurs zum Wohl und zur Selbstverwirklichung von Kindern führte, gilt Veneman Diplomaten als treue Anhängerin von US-Präsident George W. Bush, die seine zum Teil stark konservativen Ansichten zumeist teilt.

So erklärte die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) zu der Berufung Venemans, für die neue Direktorin seien Familienplanung und Sexualerziehung bei der UNICEF-Arbeit nicht von Bedeutung. Dadurch könnten aber viele Frauen gerettet werden. "Jährlich sterben vier Millionen Babys in den ersten vier Wochen ihres Lebens, weil ihre Mütter krank sind.

Stirbt die Mutter bei der Geburt, verdoppelt sich das Sterberisiko von Kindern unter fünf Jahren sogar", sagte Renate Bähr, stellvertretende DSW-Geschäftsführerin dazu. Veneman sieht sich in erster Linie als jemand, der Kindern helfen will. Strukturelle Themen haben bei ihr nach eigenen Angaben keinen Vorrang. Sie ist zunächst für fünf Jahre im Amt. (APA/dpa)

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    Ann Veneman
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