Kritik an Münteferings "Heuschrecken-Vergleich" bei Grünen und SPD

3. Mai 2005, 16:54
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Grüne Fraktionsvorsitzende Göring-Eckardt gegen Pauschalverurteilungen

Berlin - In der Kapitalismus-Debatte haben Mitglieder der deutschen Regierungskoalition den SPD-Vorsitzenden Franz Müntefering für seinen Vergleich von Finanzinvestoren mit Heuschreckenschwärmen kritisiert. Im Alten Testament seien Heuschrecken in großer Zahl über das Land gekommen und hätten alles kahl gefressen, sagte die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag, Katrin Göring-Eckardt, der "Berliner Zeitung" laut einem Vorabbericht aus der Montagsausgabe. "Dies kann man bei aller berechtigten Kritik den Unternehmern nun wirklich nicht und schon gar nicht pauschal vorwerfen", sagte sie weiter.

"Das will die SPD nicht"

Der niedersächsische SPD-Fraktionsvorsitzende Sigmar Gabriel sprach sich in der ARD-Sendung "Sabine Christiansen" gegen eine personalisierte Debatte aus. "Ich halte nichts davon, daraus eine Kapitalistenkritik zu machen, eine Jagd auf einzelne Leute", sagte Gabriel am Sonntag. "Das will die SPD nicht, das will auch Franz Müntefering nicht", fügte er hinzu.

"Wie Heuschreckenschwärme"

Müntefering hatte das Verhalten deutscher Firmen und internationaler Finanzinvestoren angeprangert, die keine Rücksicht auf Arbeitnehmer und den Standort nähmen. Dabei hatte er in einem Interview mit der "Bild am Sonntag" gesagt: "Manche Finanzinvestoren verschwenden keinen Gedanken an die Menschen, deren Arbeitsplätze sie vernichten. Sie bleiben anonym, haben kein Gesicht, fallen wie Heuschreckenschwärme über Unternehmen her, grasen sie ab und ziehen weiter." (APA/Reuters)

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    Den Heuschrecken-Vergleich hätte SPD-Vorsitzender Franz Müntefering wohl besser nicht in den Mund genommen: Es hagelt Kritik aus den eigenen Reihen.

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