400 Streetdancer tanzten um den Meistertitel

17. Mai 2005, 11:40
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Knapp 400 Tänzer und Tänzerinnen begeisterten das Publikum am Samstag bei den Österreichischen Meisterschaften für Hip Hop, Breakdance und Electric Boogie.

"Breakdance ist eine Lebenseinstellung. Ständig grübelt man über neue Moves oder überlegt wie man die alten besser machen kann", schreibt Franz Günter Moser auf der Homepage der Salzburger Bboys und -girls. Sie packten am Samstag bei den Österreichischen Meisterschaften (ÖM) der Tanzschulen für Hip Hop, Breakdance und Electric Boogie in der Sporthalle Alpenstraße in Salzburg für die Tanzschule Niki Seifert - gleichzeitig Ausrichter der ÖM - ihre besten Schritte aus und heimsten promt einen zweiten Platz ein.

Nicht nur für Moser bedeutet das Tanzen die Welt. Knapp 400 Tänzer und Tänzerinnen aus zehn österreichischen Tanzschulen brachten die Halle zum Kochen und zeigten dem begeisterten Publikum, wie man zu knackigen Beats die Hüften schwingt. "Die erste solche Meisterschaft fand vor sechs Jahren in Graz statt. Heuer konnten wir den Bewerb erstmals nach Salzburg holen, wo wir ihn auch nächstes Jahr gern wieder hätten", sagt die Organisatorin des Spektakels und Leiterin des Streetdance Centers in Salzburg Michaela Eichhorn. "Dort waren meist 700 bis 800 Zuschauer, die die Tänzer anfeuerten. Wir wollten auch in Salzburg an diese Erfolge anschließen. Ich bin glücklich dass alles so gut geklappt hat."

Einteilung und Bewertung

In den Hip Hop-Bewerben treten die Teilnehmer und Teilnehmerinnen je nach Nennung in den Kategorien Solo, Duo, Small group (drei bis sieben Personen), Formation (acht bis 24) und Production (ab 24 Personen) an. "Bei Solo, Duo und Small Group besteht für die Tänzer zusätzlich die Schwierigkeit, dass sie nicht wissen welche Musik sie bekommen. Angegeben sind nur die Beats pro Minute. Formation und Production stellen sich ihre Musik selbst zusammen", erklärt Eichhorn.

Die Breaker zeigen ihre akrobatischen Einlagen solo oder im Team, während es beim Electric Boogie - die Bewegungen ähneln jenen eines Roboters - die Unterteilung Solo und Duo gibt. Außerdem gibt es die Altersgruppen Kinder, Juniors (bis 15 Jahre) und Adult. "Es ist schon ein Wahnsinn, wenn man sieht, was die Kinder in dem Alter schon alles drauf haben, welche Körperbeherrschung und Koordinationsfähigkeit sie schon aufbringen können. Besonders die kleinen Breaker haben mir den Atem geraubt", meinte eine Zuseherin.

Es galt aber nicht nur die Zuseher, sondern auch eine fünfköpfige internationale Jury von seinem Können zu überzeugen. "Bewertet werden vor allem Rhythmus, Technik, Präsenz und Ausdruck, sowie Raumnutzung und Schwierigkeitsgrad der Schritte", so Michaela Eichhorn, die sich über einige Gewinne für das Streetdance Center freuen kann. Unter anderem räumten die "Shakeadelics" (Hip Hop Small Group Junioren)und Onur Bakis (Breakdance Solo Erwachsene) jeweils einen Sieg in ihren Gruppen ab. Farah Deen und Tanja Hangler erreichten im Hip Hop Junioren-Duo ebenso wie die erst 15-jährige Silvia Seidl im Breakdance bei den Erwachsenen einen zweiten Platz. "Ich bin vollauf zufrieden mit den Ergebnissen und sehr stolz auf meine Tänzer", lobt Eichhorn.

Kurse im Streetdance Center

Wer die Faszination von Hip Hop und Breakdance am eigenen Körper erfahren will, kann die Möglichkeit nutzen Kurse im Streetdance Center von Michaela Eichhorn zu belegen. "In den Kursen sind meist zehn bis zwanzig Leute, das ist fürs Training optimal. Es kommen auch ständig Neuzugänge. Wie schnell ein Anfänger vorankommt, hängt ganz von Ehrgeiz und Eifer der Person ab. Ein bis zwei Monate braucht man aber schon, um in die Schritte reinzukommen. Das ist ja am Anfang ziemlich viel Koordinations- und Denkarbeit", meint die Leiterin des Streetdance Centers, die selbst dem Hip Hop total verfallen ist. "Tanzen ist mein Leben. Es ist das erste woran ich denke wenn ich aufstehe. Ich tanze seit ich fünf Jahre alt bin; ein Leben ohne Tanz kann ich mir gar nicht vorstellen. Dabei kann man einfach abschalten, alles andere vergessen", schwärmt die 25-Jährige und appelliert noch lachend: "Sollte jemand ein Lokal finden, wo man abends beim Fortgehen auch mal Hip Hop tanzen kann, soll er's mir sofort sagen! So etwas habe ich in Salzburg bis jetzt nicht gefunden. Da müsste man schon nach München oder noch weiter weg fahren, um einen Hip Hop und R'n'B-Club zu finden."

Nähere Informationen zu den Kursen gibt's auf der Homepage des Streetdance Centers, wo auch eine komplette Ergebnisliste einzusehen sein wird. Die Salzburger Bboys rund um Franz Günter Moser, sowie Österreichs erfolgreichste Hip Hop- und Breakdance-Showgruppe - die "Fanatics" des Streetdance Centers - können übrigens auch für Auftritte gebucht werden. (cem)

Tanzschule Seifert
Streetdancecenter
Bboys

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  • Hip Hop: Von der Straße in die HalleDie Streetdancer zeigten dem Publikum wie man sich zu heißen Beats bewegt.
    foto: cem

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