Weiter Probleme mit der Eis-Qualität

3. Mai 2005, 15:20
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Die Stadthalle stellt das OK vor Probleme - Teams müssen in Kagran trainieren - Sofortmaßnahmen eingeleitet

Wien - Auch vier Tage nach dem peinlichen Abbruch der WM-Generalprobe Österreich - Schweiz haben die Verantwortlichen der Wiener Stadthalle das Eis-Problem nicht in den Griff bekommen. Am Sonntag war dann die Situation nicht mehr WM-würdig. Ab dem zweiten Drittel der Partie Tschechien - Schweiz war die Eis-Qualität so schlecht, dass Sofortmaßnahmen ergriffen werden mussten.

Die Kompressoren der Kühlung in der Trainingshalle C wurden abgeschaltet und für die Kühlung der großen Spielhalle verwendet. Außerdem müssen die Mannschaften ab Montag für Trainingseinheiten in die Albert Schultz-Halle ausweichen.

Die Kritik an der Eis-Qualität und der Temperatur in der Wiener Stadthalle haben die WM seit Tagen begleitet. Nachdem das Länderspiel am Mittwoch nach dem zweiten Drittel abgebrochen und am Tag darauf ein neuer Kühlschlauch entlang der Bande eingelegt worden war, glaubte man, das Problem im Griff zu haben. Dem ist aber nicht so. Das minus zwölf Grad kalte Eis fing durch die warmen Außen- und Hallen-Temperaturen außen zu schwitzen an, es bildete sich Wasser.

"Er ist gut zur Bank zurückgeschwommen", meinte etwa der tschechische Teamchef Vladimir Ruzicka sarkastisch, nachdem Jiri Slegr nach Problemen mit seinem Schlittschuh robbend zur Bank gekommen war. "Ab dem zweiten Drittel ist der Puck oft hängen geblieben, auch die Spieler haben sich schwer getan", betonte Ruzicka.

Daher forderte Rene Fasel, Präsident des Internationalen Eishockey-Verbandes (IIHF), entsprechende Maßnahmen. "Wir müssen beste Bedingungen für die Spieler schaffen. Wir haben das Problem erkannt, es ist zu warm, die Kühlung funktioniert nicht so. Wir müssen Lösungen finden", lautete der Appell des Schweizers.

"Man hat das Problem allgemein vielleicht ein bisschen unterschätzt", gestand Verbandspräsident und OK-Chef Dieter Kalt, der Sofortmaßnahmen einleitete. Die Kühlung der C-Halle wurde für die große Halle zugeschaltet, das Eis in der Trainingshalle damit abgetaut. Ab Montag müssen die Teams in der Albert Schultz-Halle in Kagran trainieren, ausgenommen die Einheiten an den Spieltagen. Auch die Lichtstärke wird reduziert, die geforderten 1.200 Lux (bisher 1.400 Lux) können dennoch eingehalten werden. Fotos von den Trainings sind in der Schultz-Halle für zwei Tage aber vorerst nicht gestattet, da die Halle so werbegerecht hergerichtet werden muss, dass die Verträge mit Rechte-Inhaber Infront eingehalten werden können.

Fasel konnte seine Enttäuschung über die Situation nur schwer verbergen. Die Halle bei der WM 2004 in Prag sei "ein perfektes Beispiel" gewesen, so werde es auch in Riga 2006 sein, in Moskau wird für 2007 eine neue Halle gebaut. Für Wien hätte man "versprochen, dass die Stadthalle ein Lifting bekommt". "Es ist ein Zeichen an die Stadt, dass man nach 40 Jahren eine neue Halle bauen sollte", erklärte Fasel. Da die Stadt Wien zuletzt aber stets abgewunken hat, wird die fünfte WM in Wien für längere Zeit wohl die letzte in Österreich sein. (APA)

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