RLB-Chef bekräftigt Flirt mit Hypo Tirol

9. Mai 2005, 13:30
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Scharinger verärgert über Generali-Chef

Geinberg - Ludwig Scharinger, Chef der Raiffeisen Landesbank Oberösterreich (RLB), bekräftigte am Wochenende sein Interesse an der Hypo Tirol, eine der letzten noch im Landesbesitz befindlichen Hypothekenbanken. Den Vortritt hätte zwar die lokale Raiffeisenbank. Aber: "Wenn sie uns brauchen, sind wir dabei", so Scharinger. Um gleich nachzusetzen: "Genauso ist es bei der Bank Burgenland, da haben auch die Eisenstädter Kollegen den Vortritt."

Es wäre nicht das erste Mal, dass die Oberösterreicher beruflich fremdgehen und außerhalb des Sektors zukaufen. Die Hypos in Oberösterreich und Salzburg gehören bereits zum Scharinger-Reich. Die beiden Hypos und die RLB sind zudem Vertriebspartner der Generali-Versicherung, die über die jüngsten Aussagen des Generali-Chefs Karl Stoss gar nicht erfreut waren.

Der Wunsch von Stoss, bei der Bawag einzusteigen, um in den Genuss ihres flächendeckenden Vertriebsnetzes zu kommen, wurde zwar zurückgewiesen. In Oberösterreich ist man dennoch verstimmt: Aus dem RLB-Vorstand hieß es: "Wäre Stoss bei der Bawag eingestiegen, wären wir weg." Wenn Stoss so weitermache, müsse man sich irgendwann einen anderen Versicherungskooperationspartner überlegen.

Ein offizielles Statement, wie es im Poker um die Investkredit weitergeht, gab es beim alljährlichen Medientreffen in Geinberg nicht. Schließlich ist die RLB OÖ mit 15 Prozent an der RZB (Raiffeisen Zentralbank) beteiligt, die ihre Investkredit-Aktien vorerst nicht an die ÖVAG verkaufen will. Hinter vorgehaltener Hand gibt es aber eindeutige Präferenzen: "Wenn die RZB nicht mehr tut mit der Investkredit als jetzt, dann sollte sie ihre Aktien verkaufen, schließlich trägt man dafür auch die Verantwortung."

Engagement in Indien

Gut unterwegs ist die RLB in ihrem neu definierten Aktionsradius von 500 Kilometern (bisher 300 Kilometer) rund um Oberösterreich. Zu den fünf Standorten in Bayern sollen bald zwei weitere dazukommen. Ähnliches gilt für Tschechien, wo die RLB bereits 49 Filialen hat, 60 sollen es noch werden.

Aufhorchen ließ der RLB-Chef mit seinen Ambitionen in Indien: Dort hat er vor zwei Monaten eine Ein-Mann-Repräsentanz errichtet, um die Betreuung seiner Kunden vor Ort "weiter zu optimieren". (Claudia Ruff, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 2.5.2005)

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