Österreichische Botschaft bot Hilfe an

4. Mai 2005, 16:31
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Botschafts-Mitarbeiter sprach mit Urlaubern - Ägyptische Behörden hatten fälschlich Österreich-Entwarnung gegeben

Wien - Die österreichische Botschaft in Kairo hat sich unmittelbar nach Bekanntwerden der Anschläge gegen Touristen und der Eruierung von deren Nationalität mit den betroffenen Oberösterreichern in Verbindung gesetzt und ihnen Hilfe angeboten. Wie die Sprecherin der Presseabteilung, Astrid Harz, der APA am Sonntag mitteilte, besuchten Mitarbeiter der Reisegruppe die österreichischen Touristen, deren Bus am Samstag unter Beschuss ägyptischer Attentäterinnen gekommen war.

Sofort nach Bekanntwerden des ersten gegen Touristen gerichteten Anschlags beim Ägyptischen Museum in Kairo habe die Botschaft mit den ägyptischen Sicherheitsbehörden Kontakt aufgenommen, um herauszufinden, ob Österreicher unter den Opfern seien, sagte Harz. Auch nach dem zweiten Anschlag, dem Beschuss des Reisebusses in der Kairoer Altstadt, hätten die ägyptischen Sicherheitsbehörden Entwarnung gegeben, was Österreicher betrifft. Nach ägyptischer Auskunft waren Israelis und Russen unter den Verletzten. Tatsächlich wurde ein israelisches Ehepaar verletzt, allerdings beim ersten Anschlag nahe dem Museum. Dass Österreicher beim zweiten Anschlag betroffen waren, davon war von ägyptischer Seite keine Rede.

Gespräche geführt

Das Außenministerium in Wien bzw. die Botschaft in Kairo erfuhren demnach erst am Sonntag, dass in dem betroffenen Reisebus eine österreichische Touristengruppe gesessen war. Nach Angaben von Harz habe das Außenamt sofort Kontakt mit dem Reiseveranstalter aufgenommen, und die Botschaft habe sich mit der ägyptischen Partneragentur in Verbindung gesetzt, um die österreichische Gruppe ausfindig zu machen. Ein Mitarbeiter der Botschaft sprach inzwischen mit Mitgliedern der Reisegruppe und bot ihnen Hilfe an.

Mitarbeiter der Botschaft halten weiter Kontakt mit den österreichischen Touristen, so Harz. 42 der 44 Oberösterreicher beschlossen, das Urlaubsprogramm in Ägypten fortzusetzen. Lediglich zwei Mitglieder der Gruppe, Astrid Hengstschläger und Johann Bangerl, kehrten nach Österreich zurück. Hengstschläger übte bei ihrer Ankunft in Wien-Schwechat am Sonntag Kritik mit den Worten, von der Botschaft habe man "nichts gehört und gesehen". Wie sich nun herausstellte, hatten die ägyptischen Sicherheitsbehörden die österreichische Vertretung offenbar nicht informiert, dass Österreicher beim zweiten Anschlag betroffen waren.

Auf der Homepage des Außenministeriums wird Ägypten als Land mit Sicherheitsrisiko angeführt. Auch enthält die Homepage Verhaltensmaßregeln sowie die Erreichbarkeit und Telefonnummern aller ausländischen Vertretungsbehörden. Darin heißt es auch, die Bürger sollten bei Auslandsreisen diese Informationen über das jeweilige Land bei sich haben. (APA)

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