Böhler-Uddeholm verdreifachte Quartalsgewinn

9. Mai 2005, 13:30
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Gute Konjunktur und Villares-Effekt pushten Periodenüberschuss auf 45,5 Millionen Euro - Rekordwert bei Auftragseingang

Wien - Der börsenotierte Edelstahlerzeuger Böhler-Uddeholm hat zum Auftakt des neuen Jahres seine Gewinne kräftig aufpoliert: Nach dem Rekordjahr 2004 konnte im ersten Quartal 2005 unter dem Strich der Periodenüberschuss auf 45,5 Mio. Euro nahezu verdreifacht werden. Der Auftragseingang kletterte auf den bislang höchsten Wert, den der Konzern in einem Quartal erreichte. Für das Gesamtjahr 2005 hält Böhler-Uddeholm an seiner Prognose fest, Umsatz und Ergebnis nochmals zu toppen.

Trend soll anhalten

Das erste Quartal sei eine "sehr gute Basis" für die weitere Entwicklung im laufenden Jahr, heißt es dazu in einer Unternehmensmitteilung. Konzernchef Claus Raidl rechnet damit, dass sich der positive Trend auch im zweiten Quartal fortsetzen wird. Sowohl in wichtigen Kernmärkten als auch in den bedeutendsten Abnehmerbranchen sei derzeit keine signifikante Abschwächung erkennbar. Die anhaltend hohen Vormaterialkosten sollen weiter durch Preiserhöhungen größtenteils an den Markt weitergegeben werden.

Im ersten Quartal 2005 legte Böhler-Uddeholm beim Umsatz um 39 Prozent von 416,4 auf 579,1 Mio. Euro zu. Der Betriebsgewinn (EBIT) konnte im Jahresvergleich von 31,4 auf 69,3 Mio. Euro mehr als verdoppelt werden - ebenso wie das Vorsteuerergebnis (EGT), das von 23,7 auf 63,2 Mio. Euro anstieg. Die EBIT-Marge verbesserte sich von 7,5 auf 12,0 Prozent. Der Periodenüberschuss fiel mit 45,5 (nach 15,4) Mio. Euro um 196 Prozent höher aus. Mit den heute vorgelegten Zahlen übertraf Böhler-Uddeholm die Analystenschätzungen klar.

"Villares-Effekt"

Neben der anhaltend guten Konjunktur hat Böhler-Uddeholm in den ersten drei Monaten 2005 auch vom "Villares-Effekt" besonders profitieren können. Zumal die Ergebnisse des brasilianischen Werkzeugstahl-Spezialisten Villares Metals, der im Vorjahr übernommen worden war, im ersten Quartal 2004 noch nicht enthalten waren. Vor allem bedingt durch diesen Zukauf stieg auch der Mitarbeiterstand im Konzern um 18 Prozent von 10.189 auf 12.022 Beschäftigte (per Ende März 2005).

Voll sind derzeit die Auftragsbücher bei Böhler-Uddeholm. Die gute Nachfrage für Edelstahl und Edelstahlprodukte bewirkte im ersten Quartal einen kräftigen Anstieg im Auftragseingang um 54 Prozent von 353,9 auf 545,1 Mio. Euro. Der Auftragsstand erreichte per 31. März 616,6 Mio. Euro und lag damit um 105 Prozent über dem Vorjahreswert von 301,3 Mio. Euro.

Kapitalerhöhung geplant

Von der größten Akquisition in der Konzerngeschichte, der Ende März besiegelten Übernahme der deutschen Buderus Edelstahl (Wetzlar), verspricht sich Böhler-Uddeholm weitere positive Impulse für das Geschäft. Buderus Edelstahl setzte 2004 mit knapp 1.700 Mitarbeitern 405 Mio. Euro um.

Mit einer Freigabe des Deals durch die EU-Kartellbehörde rechnet Böhler-Uddeholm für Juni. In diesem Monat sollte es auch das Closing geben, erwartet der Vorstand. Der Kaufpreis wird in informierten Kreisen mit "deutlich weniger als 200 Mio. Euro" veranschlagt. Für die Finanzierung der Akquisition sowie weiterer Expansionsprojekte will Böhler-Uddeholm wie angekündigt eine Kapitalerhöhung durchführen. Klarheit dazu soll es noch vor dem Sommer geben. (APA)

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