Oberösterreicher erlebten in Kairo dramatische Minuten

4. Mai 2005, 16:31
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Astrid Hengstschläger und Johann Bangerl kehrten am Sonntag nach Österreich zurück

Wien/Schwechat - Dramatische Minuten schilderten zwei Oberösterreicher, die das Schussattentat in Kairo am eigenen Leib mitbekommen haben, bei ihrer Rückkehr am Sonntag auf dem Wiener Flughafen. Das Paar Astrid Hengstschläger und Johann Bangerl waren Passagiere jenes Busses, der am Samstag in der ägyptischen Hauptstadt von zwei Terroristinnen unter Feuer genommen wurde.

"Auf einmal hat's mehrere Schüsse gegeben, die Scheibe ist geborsten und alle sind in Deckung gesprungen", berichtete der Welser Bangerl über den Anschlag vom Samstag Nachmittag. Laut Beobachtungen anderer Businsassen hätten zwei vermummte Frauen, eine mit einer Pistole, die andere mit einem offenbar selbst gebauten Gewehr, auf das Fahrzeug geschossen. Anschließend hätten sich die Attentäterinnen selbst getötet, sagte Bangerl.

"Reines Glück"

Der 44-köpfigen Touristengruppe ist bei der Schießerei zwar nichts passiert, die Linzerin Hengstschläger rechnete dies aber eher dem Zufall zu: "Das war reines Glück", betonte die Frau. Im Bus seien nach dem Beschuss mehrere Kugeln gefunden worden, berichtete sie. "Die größte Angst, die ich gehabt habe, war: Sie stürmen jetzt den Bus und wir sind alle weg", sagte Hengstschläger.

Wie das Paar weiters schilderte, habe der Fahrer des Busses sofort geistesgegenwärtig reagiert und sei hupend durch die Menge losgerast.

Hengstschläger und Bangerl waren die beiden einzigen Reiseteilnehmer, die ihren erst am Freitag angetretenen Urlaub sofort abbrachen. Dass die restlichen Oberösterreicher in Kairo geblieben sind, wollte die Frau nicht beurteilen: "Das muss jeder für sich selbst entscheiden."

Kritik übte der Frau an der österreichischen Botschaft, von der man "nichts gehört und gesehen habe". Das Paar nahm nach dem Attentat umgehend Kontakt mit dem oberösterreichischen Reiseveranstalter auf, der schließlich den Heimflug organisiert habe. (APA)

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    Johann Bangerl und Astrid Hengstschläger brachen ihren Ägyptenurlaub ab, nachdem sie ein einem Bus von Attentäterinnen beschossen worden waren.

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