Ausschreitungen bei Neonazi-Aufmarsch in Leipzig

6. Mai 2005, 06:56
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Rangeleien mit Polizei - Auch Auseinander­setzungen mit linken Gegendemonstranten - 40 Verletzte - Mehr als 100 Festnahmen

Leipzig - Bei einem Neonazi-Aufmarsch mit rund 800 Teilnehmern ist es am Sonntag in Leipzig im deutschen Bundesland Sachsen zu heftigen Ausschreitungen zwischen Rechten und linken Gegendemonstranten gekommen. Mit Wasserwerfern und Reiterstaffeln versuchten die Einsatzkräfte, die Lager voneinander fern zu halten, wie die Polizei mitteilte. 30 Beamte und zehn Demonstranten wurden den Angaben zufolge bei den Krawallen verletzt.

Die Polizei nahm 104 Menschen vorläufig fest. Der größte Teil kam bis zum späten Abend wieder auf freien Fuß. Davon gehörten neun dem rechten Lager an. Nach Behördenangaben wurden 589 Platzverweise erteilt. Die Zahl der linken Gegendemonstranten schätzte die Polizei auf 4.000, davon wurden 2.000 als gewaltbereit eingestuft. Es waren rund 2.750 Beamte von Polizei und deutschem Bundesgrenzschutz im Einsatz. Es entstand Sachschaden in der Höhe von rund 64.000 Euro unter anderem an Polizeiautos, Müllcontainern sowie einem Gebäude der Polizei.

Barrikaden

Der Neonazi Christian Worch hatte gerichtlich eine Routenführung durch die als linksalternativ geltende Südvorstadt erzwungen. Dies versuchten Linke mit Sitzblockaden zu verhindern. In Connewitz wurden Barrikaden errichtet und angezündet. Weil die Behörden die Sicherheit der Rechten am Abend nicht mehr garantieren konnten, bewegten sie Worch letztlich zur Umkehr.

Leipzigs Bürgermeister Holger Tschense (SPD) sah die Befürchtungen der Stadt bestätigt. "Die Gewaltbereitschaft gegenüber früherer Demonstrationen lag deutlich höher. Auch von den Rechten wurden diesmal Steine geworfen", sagte der Politiker.

Zwischenfälle schon bei der Ankunft

Schon bei der Ankunft der Neonazis hatte es am Hauptbahnhof erste Zwischenfälle gegeben. Rechtsextreme hatten nach stundenlangem Warten am Hauptbahnhof Rangeleien mit der Polizei provoziert und mussten zurückgedrängt werden. Wegen einer Vielzahl von Auflagen und strenger Kontrollen von Polizei und Ordnungsamt hatte sich der Abmarsch der Neonazis verzögert. Linke versuchten, zu den Neonazis durchzukommen. Zuvor hatten rund 1.500 Menschen friedlich gegen den Aufmarsch der Rechten protestiert.

Bereits am Samstagabend war es zu Zwischenfällen gekommen. Laut Polizei wurden elf Linke vorläufig festgenommen. Ein Polizist erlitt den Angaben zufolge durch einen Steinwurf eine Platzwunde am Kopf. Rund 20.000 Menschen hatten parallel friedlich bei einem Konzert am Völkerschlachtdenkmal gegen rechte Gewalt protestiert. (APA/dpa)

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    4.000 Menschen versammelten sich in Nürnberg zu einer Kundgebung gegen die NPD, während sich rund 300 Rechtsextremisten in einem anderen Stadtteil für einen Aufmarsch formierten.

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    In Leipzig versuchten mehr als 1200 Gegendemonstranten, sich den Neonazis in den Weg zu stellen.

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    Leipzig: Wasserwerfer bringen Regenbogen

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