Politikerin offenbar an Auftritt in Schweden gehindert

3. Mai 2005, 15:03
posten

Sozialdemokratin Rudakovskaja sollte Rede zum 1. Mai halten - Laut Radio mit Verlust ihrer Anstellung bedroht

Stockholm - Eine belarisch Oppositionspolitikerin ist offenbar vom Regime in Minsk an einem geplanten Auftritt in Schweden gehindert worden. Wie das schwedische Radio am Sonntag berichtete, war die Sozialdemokratin Tatiana Rudakovskaja von ihren Parteigenossen in Oskarshamn in der Provinz Smaland als Rednerin zu den 1.-Mai-Feiern eingeladen gewesen, dort jedoch nicht eingetroffen.

Rudakovskaja und dem Rektor der Universität Bobruisk, an der die Politikerin einen Lehrauftrag hat, sei mit dem Verlust ihrer Anstellungen gedroht worden, falls Rudakovskaja nach Schweden fahren sollte, berichtete der südschwedische Regionalsender Radio Kalmar.

Ein weiterer Belare, der den Fußballklub von Onskarshamn besuchen hätte sollen, erschien ebenfalls nicht - nach Angaben schwedischer Sozialdemokraten nach einem Verhör durch den Geheimdienst. Die restliche Delegation kam aus Belarus mit beträchtlicher Verspätung, angeblich wegen achtstündiger Kontrolle bei der Ausreise nach Polen, in Oskarshamn an.

Statt Rudakovskaja hielt am Sonntag ihre Parteikollegin Tamara Abramovich eine Ansprache zum 1. Mai. Abramovich sagte laut schwedischer Nachrichtenagentur TT, in ihrem Land sei freie Meinungsäußerung schwierig. Eine staatliche Anstellung mit politischer Aktivität zu vereinbaren sei fast unmöglich.

Selbst erwartet sich Abramovich aber keine gröberen Repressionen nach ihrer Heimkehr: "Vielleicht werde ich von den lokalen Behörden zum Beantworten einiger Fragen hereinbestellt", sagte Abramovic gegenüber TT. (APA)

Share if you care.