Vorarlberg entwickelt mobile Telekommunikation für Kriseneinsatz

1. Mai 2005, 18:00
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"Support Unit" ermöglicht Kommunikationsinfrastruktur in Katastrophengebieten

In Zusammenarbeit mit den Vorarlberger Hilfs- und Rettungsorganisationen und im Katastrophenschutz tätigen Partnern hat das Land Vorarlberg eine mobile Telekommunikationseinheit für den nationalen und internationalen Katastrophenhilfeeinsatz eingerichtet: "Support Unit Austria" ermöglicht die selbstständige Kommunikation der Helfer im oder am Krisenort. "Damit wird eine bestmögliche Koordination der Hilfeleistungen garantiert", betonte Landeshauptmann Herbert Sausgruber (V) bei der Präsentation im Rot-Kreuz-Rettungsheim Bregenz.

Keine lokalen Einheiten

Bei Katastropheneinsätzen stehen lokale Kommunikationseinheiten oft nicht zur Verfügung, da sie meist beschädigt oder zerstört sind. Der jeweiligen Einsatzleitung steht nun mit "Support Unit Austria" eine Klein-Telefonanlage mit 20 Schnurlostelefonen und fünf Festgeräten zur Verfügung. Die Anlage ermöglicht den Einstieg in ein örtlich betriebenes Telefonnetz und ist über Schnittstellen mit der lokalen Bündelfunkzentrale und den Satellitentelefonen verbunden. Mit Hilfe von Satellitentelefonen wird eine Verbindung von Ländern mit schlechter Kommunikationsinfrastruktur mit der "Außenwelt" ermöglicht. Über eine Schnittstelle können von einem Computer über eine Daten-Sat-Anlage auch Daten und Bilder versendet bzw. empfangen werden. Zusätzlich stehen im Rahmen der "Support Unit" auch eine Bündelfunkstation und eine taktische Funkeinheit, jeweils mit Funkgeräten, zur Verfügung.

Katastrophenhilfe

"Support Unit Austria" ist als Vorarlberger Einheit sowohl für nationale Einsätze wie auch - unter Führung des Bundesministeriums für Inneres - als Österreichischer Beitrag zur internationalen Katastrophenhilfe zu sehen. Sie wurde in enger Zusammenarbeit von Feuerwehr, Rotes Kreuz, Bergrettung, Wasserrettung, ÖAMTC und Illwerke/VKW verwirklicht. Die technische Leitung und der Betrieb der Support Unit Austria erfolgt durch die Vorarlberger Landeswarnzentrale.

28 Personen

Die Leitung der Support Unit Austria im Einsatzfall wird von einem Kernteam, bestehend aus Vertretern aller Organisationen unter Federführung des Roten Kreuzes und Mitarbeitern der Landeswarnzentrale wahrgenommen. Die Mitgliederanzahl der Support Unit Austria wird mit 28 Personen - dies entspricht sieben Teams zu je vier Personen - beschränkt.

Vorarlberg kann bei der Katastrophenhilfe auf bereits bewährte Einrichtungen bauen, informierte Sausgruber: SARUV, die "Search and Rescue Unit Vorarlberg" kam bei Erdbeben in Algerien, im Iran und in Marokko zum Einsatz.(APA)

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