Topspieler in eigener Sache offensiv

9. Mai 2005, 14:20
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Aktive fordern mehr Mitspracherecht in Entscheidungen des Weltverbandes - Klimaanlagen in der Halle erneut Kritikpunkt

Shanghai - Die Tischtennis-Asse gehen in ihrem Bestreben mehr Mitspracherecht bei den Entscheidungen des Weltverbands (ITTF) zu erlangen, in die Offensive. Am Sonntag wurde den ITTF-Verantwortlichen bei der WM in Shanghai ein Papier übergeben, das rund 70 Spieler mit ihren Unterschriften unterstützt haben. Vier problematische Punkte werden angesprochen, insbesonders geht es erneut um die Beeinträchtigung des Spiels durch Klimaanlagen.

Weltmeister Werner Schlager ist von den Funktionären enttäuscht: "Sie haben aus Fehlern bei Olympia nicht gelernt, als der Luftzug in der Halle schon sehr störend war. Aber hier ist es eine Katastrophe. Ich hoffe, dass sich noch ein guter Mittelweg ergibt." In Athen war die Angelegenheit erstmals thematisiert worden, noch im alten Jahr wurde die Verfassung des nun übergebenen Schreibens beschlossen. Schlager sieht sich besonders betroffen: "Mein Spiel ist auf Risiko aufgebaut, so aber werde ich total eingeschränkt. Denn meine Vielseitigkeit nützt mir dann nicht mehr viel, weil ich auf Sicherheit spielen muss."

Unzufrieden sind die Spieler auch bezüglich Tische und Bällen. Schlager: "Wir wollen bei großen Turnieren nur noch auf Tisch-Fabrikaten spielen, die wir kennen. Und mit der schlechten Ballqualität muss es auch ein Ende haben. Die Bälle müssen schwerer sein, damit sie sich beim Schlag nicht so verformen, sie besser spielbar sind."

Schließlich wendet sich die Spieler-Elite gegen das Verbot des Belag-Frischklebens. Ab 2007 will der Weltverband diese Praxis unterbinden, da die derzeit verwendeten Kleber giftig, entflammbar und damit feuergefährlich sind. "Die ITTF meint, dass das dem Image vom Tischtennis schadet. Aber die Gesundheitsbelastung ist minimal. Außerdem muss es erst ein Ersatzprodukt geben, ehe man das andere verbietet. Noch gibt es aber keinen Bio-Kleber."

Das alles sind erste Ansätze auf dem Weg zur Gründung einer Spieler-Gewerkschaft. Nachdem der Schwede Jörgen Persson die Funktion zurückgelegt ist der Neuseeländer Peter Jackson Spieler-Sprecher. Schlager: "Als aktiver Spieler hat man dafür wenig Zeit. Auch ich bin schon gefragt worden. Nur müsste sich jemand ständig um die Anliegen der Spieler kümmern. Am besten wäre einer, der seine Karriere gerade beendet hat." (APA/red)

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