Gazastreifen: Autonomiebehörde sammelt illegale Waffen ein

4. Mai 2005, 20:59
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Erster Schritt einer neuen Sicherheitskampagne

Gaza - Die Palästinensische Autonomiebehörde hat am Sonntag im Gazastreifen mit dem Einsammeln illegaler Waffen begonnen. Aus Sicherheitskreisen verlautete, die Polizei werde zunächst bekannten kriminellen Waffenhändlern ihre Ware abnehmen. Eine Entwaffnung der palästinensischen Extremistengruppen sei jedoch zu diesem Zeitpunkt nicht vorgesehen, hieß es.

Es handelt sich um den ersten Schritt einer neuen Sicherheitskampagne. Der palästinensische Innenminister Nasser Jussef hatte am Samstag ein entschlossenes Vorgehen gegen "kriminelle Elemente" angeordnet. Palästinenserpräsident Mahmud Abbas hatte zuvor angekündigt, er werde die Waffenruhe mit "eiserner Faust" durchsetzen.

Plan für Ruhe und Ordnung im Gazastreifen

Das Einsammeln der Waffen ist Teil eines Plans zur Herstellung von Ruhe und Ordnung im Gazastreifen. In den vergangenen vier Jahren seit Ausbruch des Palästinenseraufstands Intifada blüht dort der Waffenhandel und -schmuggel. Die Polizei will zudem weitere Sicherheitskräfte in Städten, Dörfern und Flüchtlingslagern des Gazastreifens stationieren.

Damit sollen interne Konflikte sowie Angriffe auf israelische Ziele möglichst verhindert werden. Abbas wird Mitte Mai zu einem Besuch in Washington erwartet, wo er auch US-Präsident George W. Bush treffen soll. Eine der Hauptforderungen der USA an die palästinensische Führung ist seit langem ein entschlossenes Vorgehen gegen extremistische Gruppen. (APA/dpa)

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