Chronologie: Fälle schwerer Kindesmisshandlungen in Österreich

4. Mai 2005, 09:13
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Wien - Es ist ein Kompendium des Horrors: Regelmäßig, Jahr für Jahr, sind schwere und schwerste Fälle von Kindesmisshandlungen in Österreich dokumentiert. Im Folgenden eine Auswahl von solchen Taten in den vergangenen mehr als eineinhalb Jahrzehnten:

15.8.1986 - Ein drei Monate altes Mädchen stirbt in Wien, nachdem es von seiner Mutter am Vortag an den Beinen aus dem Gitterbett gezogen und auf den Boden fallen gelassen wurde. Das Schreien des Kindes hatte das Alkoholiker-Ehepaar gestört, die Eltern hatten das Kind zuvor regelmäßig misshandelt.

19.12.1986 - Wenige Tage vor Weihnachten deckt die Innsbrucker Kriminalpolizei auf, dass eine Fünfjährige wochenlang von ihrem Vater durch Schläge und Tritte schwerst verletzt worden ist. U.a. hat der Mann seiner Tochter den Oberarm "zertreten", Arzt wurde keiner konsultiert.

31.8.1988 - In Lavamünd (Kärnten) gesteht eine 19-Jährige, auf ihr drei Monate altes Kind "aus Wut über das Weinen" so brutal eingeschlagen zu haben, dass mehrere Rippen und beide Beine gebrochen waren.

25.12.1988 - Ein Zweijähriger wird am Heiligen Abend vor den Augen seiner Mutter von seinem Onkel so schwer verprügelt, dass er am Christtag stirbt. Mutter und Onkel packen die Leiche in eine Tasche und versenken sie in der Mur.

April 1990 - Ein 19-Jähriger - 1,74 m groß, 45 kg, bis aufs Skelett abgemagert - stirbt in Wien an den Folgen einer Gehirnhautentzündung. Er war als Baby von seiner Mutter, die rund zwölf Kinder hatte, weggegeben worden und 1990 zu ihr zurückgekehrt. Weil er häufig masturbierte, bekam er von ihr und ihrem Lebensgefährten kaum zu essen und wurde auch misshandelt - bis er an den Folgen der Entkräftung nach der Einlieferung ins Spital starb.

15.8.1990 - Ein zehn Monate altes Pflegekind stirbt an einem Schädel-Hirn-Trauma und Atemlähmung, nachdem der Bub von seiner Pflegemutter schwerst misshandelt wurde: Das Baby wurde mit heißem Kaffee überschüttet, fiel vom Küchentisch (Armbruch) , wurde mit der Stirn gegen ein Waschbecken gestoßen und brutal aus dem Gitterbett geworfen (mehrere Schädelbrüche).

11.1.1990 - Die viereinhalbjährige Tochter eine Ungarin stirbt in Wien, nachdem es seit dem 19. November des Jahres davor von ihr und ihrem Lebensgefährten der Mutter brutal gequält wurde. Im Obduktionsbericht sind drei Gehirnblutungen, Verletzungen am ganzen Körper und Brandwunden von ausgedrückten Zigaretten an Brust und Fußsohlen genannt.

21.11.1991 - Eine Vierjährige stirbt im St. Anna-Kinderspital in Wien an den Folgen schwerer Brandverletzungen. Die Leiche weist u.a. auch Striemen am Rücken und Fesselungsspuren auf. Die Mutter und ihr Lebensgefährte werden verhaftet.

April 1992 - Ein Eineinhalbjähriger wird in das Krankenhaus Wolfsberg eingeliefert, weil er sich unbeaufsichtigt mit siedendem Wasser verbrüht hatte - die Ärtze entdecken an dem unterernährten, stark verlausten Kind Blutergüsse von Schlägen am ganzen Körper.

9.11.1995 - Prozess gegen eine 48-jährige Wienerin, die ihre sechsjährige Enkelin regelmäßig mit Schlägen (Besenstiel, Hausschlapfen, Bücher) "bestrafte". Wenn die besonders "sekkant" war, erhielt sie entweder nichts zu essen oder Katzenfutter, trinken musste das Mädchen aus der Klomuschel. Die Großmutter erhielt eine bedingte fünfmonatige Haftstrafe.

6.7.1996 - Der Fall "Maria K.": Ein Wiener Ehepaar hielt ihre geistig etwas zurückgebliebene 23-jährige Adoptivtochter "wie ein Tier" in einer sargähnlichen Holzkiste in einem nicht beheizten Abstellraum. Schon im Alter von 15 war das Mädchen mit mehreren unbehandelten Knochenbrüchen und Erfrierungen ins Spital eingeliefert worden. Maria K. musste das gesamte Jahr im Garten leben. Die Adoptivmutter, eine Religionslehrerin, wird nach einem Gang durch alle Instanzen zu einer fünfjährigen Haftstrafe verurteilt.

13.1.1997 - Der zweieinhalbjährige Melvin erliegt im Preyer'schen Kinderspital in Wien schweren Verbrennungen, die ihm Tags zuvor vom Lebensgefährten seiner Mutter zugefügt worden sind. Dies war die "Strafe" dafür gewesen, dass das Kind "in die Hose gemacht hatte". Melvin war schon früher misshandelt worden und u.a. mit einem Schädelbruch im Spital gewesen.

28.2.2000 - Ein vier Monate altes Kind eines Berliner Ehepaares stirbt nach schweren Misshandlungen im LKH Salzburg. Der Bub war zehn Tage zuvor mit einer akuten Hirnblutung aus dem Urlaubsort der Deutschen (Dienten) eingeliefert worden und im Koma gelegen. Die Obduktion fördert auch ältere Verletzungen zutage.

23.2.2001 - In Oberösterreich wird ein erschütternder Fall einer 27-jährigen Frau bekannt, die von ihren "Pflegeeltern" neun Jahre lang eingesperrt, misshandelt und missbraucht worden ist.

1.6.2003 - Ein vierjähriger behinderter Bub stirbt in der Grazer Kinderklinik nach schweren Misshandlungen durch seinen Vater. Die Mutter hatte tatenlos zugesehen. Das Jugendamt sei von den Eltern daran gehindert worden einzuschreiten. Im Mordprozess wurde der Vater zu lebenslanger Haft verurteilt, die Mutter erhielt eine Strafe von zehn Jahren.

4.12.2003 - Eine Zehnjährige liegt seit dem Wochenende mit schwersten, von Misshandlungen stammenden Verletzungen auf der Kinderintensivstation des SMZ-Ost in Wien im künstlichen Tiefschlaf. Der Vater und die Stiefmutter der Kleinen befinden sich in Haft. Als das Mädchen von ihrem Vater ins Spital gebracht wurde, wies sie eine Schädelfraktur, Serienrippenbrüche, tiefe Schnittwunden am rechten Unterarm, am linken Oberschenkel, am Kinn und an einem Daumen, großflächige Verbrennungen an der linken Schulter, an Hals und Rücken sowie sogar im Anal- und Vaginalbereich auf. Darüber hinaus konstatierten die Ärzte Verletzungen am Gesäß des Kindes, die von einer brennenden Zigarette stammten.

14.4.2004 - Aus dem Bezirk Graz-Umgebung wird ein schwerer Fall von Kindesmisshandlung bekannt: Die wenige Wochen alte Colin wurde einige Tage zuvor in bewusstlosem Zustand in die Kinderklinik des LKH Graz eingeliefert. Dort diagnostizierten Ärzte u.a. eine Schädelfraktur, Mehrfachrippenbrüche und Oberschenkelfrakturen. Der 29-jährige Kindesvater zeigte sich geständig. Er habe sich überfordert gefühlt und gab zu, "falsch reagiert" zu haben.

30.4.2005 - Ebenfalls überfordert und genervt fühlte sich ein 20-jähriger Niederösterreich. Aus diesem Grund misshandelt er seine drei Monate alte Tochter derart schwer, dass das Baby mit Hirnblutungen, Serienrippenbrüchen und Hämatomen ins AKH Wien eingeliefert wird und dort mit dem Tod ringt. Unter anderem wurde das Mädchen von ihrem gewalttätigen Vater gegen die Wand geworfen und ins Gesicht geschlagen. Die Mutter des Kindes weiß von den Misshandlungen, zieht aber keine Konsequenzen daraus. (APA)

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