Österreich verliert nach großartigem Spiel nur knapp gegen Russland

4. Mai 2005, 10:32
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Setzinger und Divis trafen beim unglück­lichen 2:4 für das ÖEHV-Team - Ausge­zeichnetes WM-Debüt von Torhüter Brückler

Wien - 222 Sekunden haben der österreichischen Eishockey-Nationalmannschaft zu einem "Miracle on ice" gefehlt. Das junge und stark ersatzgeschwächte österreichische Nationalteam musste sich am Samstag im Auftaktspiel der 69. Eishockey-WM dem hoch gelobten russischen Team nach großartigem Kampf nur mit 2:4 (1:1,0:1,1:2) geschlagen geben. Vor den begeisterten Zuschauern in der Wiener Stadthalle wurde der erste WM-Punkt einer ÖEHV-Auswahl gegen ein russisches oder sowjetisches Team nur knapp verpasst.

Viel war in den vergangenen Tagen von Ausfällen die Rede, wenn es um die österreichische Eishockey-Nationalmannschaft ging. Divis, Vanek, Brandner, Koch oder Dalpiaz mussten absagen, eine neuerliche Sensation wie im Vorjahr, als das Team von Herbert Pöck gegen Kanada ein historisches 2:2 geholt hatte, schien außer Reichweite.

Sensationelle Vorstellung

Doch das junge ÖEHV-Team wuchs auch diesmal über sich hinaus und zeigte eine sensationelle Leistung. Vor den Augen von über 8.000 Zuschauern, darunter Bundespräsident Heinz Fischer, der die WM offiziell eröffnete, zeigten die Österreicher keinen Respekt vor großen Namen. Mit Aggressivität in den Zweikämpfen hielten sie gegen die technisch und läuferisch blendenden Russen dagegen.

Die Truppe um die Superstars Alexej Jaschin und Ilja Kowaltschuk drückte zwar aufs Tempo, doch Bernd Brückler war in seinem ersten WM-Spiel ein würdiger Nachfolger des verletzten NHL-Torhüters Reinhard Divis. Zehn Minuten lang hielt der Steirer von der Universtiy of Wisconsin seinen Kasten sauber, ehe er sich geschlagen geben musste.

Unmittelbar nach Ablauf eines Unterzahlspiels brachte Daniel Welser den Puck nicht aus dem eigenen Drittel, Jungstar Alexander Owetschkin ließ sich diese Chance nicht entgehen. Die Nummer eins des vorjährigen Drafts zog alleine auf Brückler zu und brachte nach 10:10 Minuten den haushohen Favoriten in Führung.

Offene Partie

Doch die Österreicher ließen sich nicht entmutigen und legten mit Fortdauer der Partie jeglichen Respekt ab, schlugen im Powerplay zurück. Oliver Setzinger verwertete eine Abpraller nach einem Schuss von Dieter Kalt zum 1:1-Ausgleich (16.). Im zweiten Drittel lieferte das Team von Herbert Pöck den Russen eine offene Partie, geriet aber nach einem kapitalen Fehler von Raimund Divis neuerlich in Rückstand. Der Innsbruck-Stürmer verlor im Powerplay an der eigenen Drittel-Linie die Scheibe an Charitonow, der mit einem satten Schuss auf 2:1 stellte.

Patzer von Goalie Sokolow

Doch Divis machte seinen Fehler wieder gut. In der 48. Minute zog der Center der ersten Linie aus schrägem Winkel ab und traf zum 2:2. Torhüter Maxim Sokolow machte dabei keine gute Figur. Ein unglücklicher Treffer zerstörte aber die Hoffnungen auf die ganz große Sensation. Alexej Kowalew schob Brückler aus kurzer Distanz den Puck zum 3:2 durch die Schoner. Das Tor zum 4:2-Endstand fiel dann zu einem Zeitpunkt, als Österreichs Team alles riskierte und Keeper Brückler herausgenommen hatte. Dennoch wurden die Österreicher mit "standing ovations" und "Österreich, Österreich"-Gesängen verabschiedet. (APA/red)

Gruppe A:

  • Österreich - Russland 2:4 (1:1,0:1,1:2). Wiener Stadthalle, 8.400 (ausverkauft), SR Matsuoka/Blumel/Brodnicki (CAN/CZE/GER).

    Tore: Setzinger (16./PP), Raimund Divis (48.) bzw. Owetschkin (11.), Charitonow (24./SH), Kowalew (57.), Kowaltschuk (60./empty net).
    Strafminuten: 14 bzw. 12

    Österreich: Brückler - Unterluggauer, Ulrich; A. Lakos, Viveiros; P. Lakos, R. Lukas; Stewart - Trattnig, Raimund Divis, Ressmann; Setzinger, Kalt, Welser; Ch. Harand, Kaspitz, Peintner; Schuller, Schaden, P. Harand

    Russland: Sokolow - Wyschedkewitsch, Markow; Karpowzew, Kalinin; Rijazanzew, Proschkin; Gusew, Denisow - Dazjuk, Charitonow, Kowalew; Kozlow, Jaschin, Fedorow; Neprjajew, Antipow, Kowaltschuk; Malkin, Afinogenow, Owetschkin

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      Tolle Parade von Bernd Brückler gegen den anstürmenden Alexander Charitonow.

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      Unerwarteter Hochbetrieb vor Russlands Gehäuse...

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      ...Und ein starker Auftritt von Oliver Setzinger (re).

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