Afrikanische Delegation vermittelt in der Krise

9. Mai 2005, 16:36
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Opposition fordert Überprüfung der Präsidentschaftswahl

Lome - Eine gemeinsame Delegation der Afrikanischen Union (AU) und der Wirtschaftsgemeinschaft Westafrikanische Staaten (ECOWAS) hat am Samstag in Togo einen Vermittlungsversuch im blutigen Machtkampf zwischen Regierung und Opposition gestartet. Mitglieder der Delegation sind der ECOWAS-Exekutivsekretär Mohammed Ibn Chamabas, die nigrische Außenministerin Aichatou Mindaoudou und der nigerianische Minister für afrikanische Integration, Lawan Gana Guba, dessen Land derzeit die AU-Präsidentschaft inne hat. Die Abordnung traf mit dem togolesischen Übergangspräsidenten Abass Bonfoh, seinem Regierungschef Koffi Sama und Außenminister Kokou Tozoun zusammen.

Überprüfung der Präsidentschaftswahl

Für die Opposition schlug deren Sprecher Yawovi Abboyibo der Delegation die Bildung einer unabhängigen Organisation vor, die das vorläufige Ergebnis der Präsidentschaftswahl vom 24. April überprüfen solle. Die Regierungspartei RPT erklärte über ihren Generalsekretär Dama Dramani, ihr zum Sieger erklärter Kandidat Faure Gnassingbé strecke der Opposition die Hand zur Bildung einer Regierung der nationalen Einheit entgegen.

Die Unruhen in dem westafrikanischen Land waren ausgebrochen, nachdem am Dienstag Gnassingbes Wahlsieg offiziell verkündet worden war. Die Opposition warf der Regierung Wahlbetrug vor und erklärte am Mittwoch ihren Präsidentschaftskandidaten Emmanuel Akitani Bob zum Sieger. Die ECOWAS verurteilte das Vorgehen der Opposition, da die "Anomalien" bei der Wahl deren Glaubwürdigkeit insgesamt nicht in Frage stellten. Am Samstag normalisierte sich die Lage in der Hauptstadt Lomé.

Die togolesische Regierung wirft Deutschland vor, sich nach der Präsidentenwahl auf die Seite der Opposition gestellt zu haben. Bewaffnete Männer drangen am Freitag in das Goethe-Institut in Lome ein und setzten die deutsche Kultureinrichtung in Brand. Etwa 50 der insgesamt rund 300 in Togo lebenden Deutschen folgten der Empfehlung des Auswärtigen Amtes und verließen das Land. Nach UN-Angaben flüchteten insgesamt bereits mehr als 11.000 Menschen in die Nachbarstaaten Benin und Ghana. (APA)

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