Sechs Tote im Bergstadion: Freispruch

1. Mai 2005, 19:27
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Massenpanik in Innsbruck war nicht vorherzusehen

Innsbruck - Ein Berufungssenat des Oberlandesgerichtes Innsbruck hat den Freispruch für den damaligen Security-Chef im so genannten Bergisel-Prozess bestätigt. Er hätte das Unglück vor mehr als fünf Jahren nicht verhindern können, erklärte die Richterin am Freitag. Sechs Zuschauer waren bei der Snowboard-Veranstaltung Air & Style ums Leben gekommen.

Zu der Tragödie war es am 4. Dezember 1999 vor der Siegerehrung des Snowboardwettbewerbs in unmittelbarer Nähe des westlichen Stadionausganges gekommen. In einer Massenpanik wurden vier Tirolerinnen und eine Australierin im Alter zwischen 14 und 21 Jahren zu Tode getrampelt und erdrückt.

19-Jährige 2003 tödlich verletzt

2003 starb eine 19-jährige Tirolerin an den Folgen ihrer schweren Verletzungen. Vier Jugendliche wurden zum Teil lebensgefährlich verletzt.

"Die Geschehnisse in dieser Form waren nicht vorhersehbar", begründete die Vorsitzende des Berufungssenates, Beatrix Kiechl, das Urteil. Die Stelle im Bergisel-Stadion, an der sich die Tragödie zugetragen hatte, sei bis dahin nie eine Problemstelle gewesen.

Der einstige Sicherheitsverantwortliche war im Dezember 2003 wegen fahrlässiger Gemeingefährdung angeklagt und freigesprochen worden. Die Staatsanwaltschaft hatte dagegen berufen. Der Sicherheitsbeauftragte hätte das Ausmaß des Unglücks zumindest verringern können, es seien zu wenig Sicherheitskräfte eingesetzt worden, meinte der öffentliche Ankläger.

Die Verteidigung wendete ein, dass der Unfall durch den Sturz mehrerer Personen verursacht worden sei und nicht durch eine Engstelle. Daher sei das Unglück auch nicht vorhersehbar gewesen. (APA, DER STANDARD - Printausgabe, 30. April/1. Mai 2005)

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