Widerstand gegen Handy-Pläne von Siemens

4. Mai 2005, 14:56
posten

Arbeitnehmervertreter wollen Ausgliederung nur mittragen, "wenn damit eine Sanierung des Geschäfts aus eigener Kraft verbunden ist"

Der deutsche Siemens-Gesamtbetriebsrat wehrt sich gegen einen möglichen Ausstieg des Konzerns aus dem Handygeschäft. "Eine Verabschiedung aus dem Endgerätegeschäft hätte negative Auswirkungen auf die gesamte Kommunikationssparte", sagte Gesamtbetriebsratschef Ralf Heckmann der Tageszeitung "Die Welt" (Samstag).

Aus eigener Kraft

Die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat wollten deshalb eine Ausgliederung nur mittragen, "wenn damit eine Sanierung des Geschäfts aus eigener Kraft verbunden ist." Zudem fordern die Arbeitnehmervertreter Standort- und Beschäftigungsgarantien und die Einhaltung der Tarifverträge.

Siemens-Konzernchef Klaus Kleinfeld hatte am Mittwoch die Ausgliederung der Handysparte in eine rechtlich selbstständige Gesellschaft angekündigt, um sie für ein Zusammengehen mit einem oder mehreren Partnern vorzubereiten. Von dem Plan sind nach Angaben des Betriebsrats weltweit rund 10.000 Siemens-Mitarbeiter betroffen, davon 6.000 in Deutschland.

Rücksicht auf Arbeitnehmer

Am Samstag sicherte Kleinfeld in der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" den Mitarbeitern zu, beim geplanten Verkauf werde Rücksicht auf ihre Interessen genommen werden.

Einem Vorabbericht vom Samstag zufolge heißt es in einem Schreiben Kleinfelds an Angestellte: "Bei all unseren Überlegungen - nicht zuletzt hinsichtlich potenzieller Partner - stehen neben der ökonomischen Seite auch die Perspektiven der Mitarbeiter im Vordergrund." Man bemühe sich um tragfähige Lösungen.

Die Beschäftigungsgarantie für die Werke Kamp-Lintfort und Bocholt würden in jedem Fall wie vereinbart bis 2006 gelten - "und darüber hinaus". Dem Blatt zufolge verhandeln gegenwärtig mehrere Delegationen des Siemens-Konzerns mit möglichen Käufern in Amerika und Asien. (APA/dpa)

Share if you care.