Grazer Künstlerfest: Spiel mir das Lied von der Haltestelle

2. Mai 2005, 00:39
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Markus Wilfling, der Schöpfer des legendären Uhrturm-Schattens, wusste um 22 Uhr noch immer keine Antwort auf die Frage: "Was tu ich eigentlich da?&

Graz - Um 21 Uhr hatte die steirische Landeshauptfrau Waltraud Klasnic schon beinah ihre Stimme verloren. "Ich hab mit so vielen Künstlern geredet, es ist eine große Freude", erzählte Klasnic, die in ihrer Funktion als Kulturreferentin zum ersten steirischen Künstlerfest in die Helmut-List-Halle geladen hatte. Und weil "Künstler auch ein schönes Umfeld haben sollen", wollte man Musiker, bildende Künstler und Autoren mittels eigener Coachs mit finanzkräftigen Wirtschaftstreibenden zusammenspannen.

Nicht in allen Fällen dürfte das gelungen sein: Markus Wilfling, der Schöpfer des legendären Uhrturm-Schattens, der 2003 den Schlossberg zierte, wusste um 22 Uhr noch immer keine Antwort auf die Frage: "Was tu ich eigentlich da?" Freilich habe er eine alte Karussell-Hutsche in die Hallendecke verschweißt und freue sich, "wenn viele meine Kunst sehen können. Aber irgendwie fühle ich mich wie an einer riesigen Haltestelle, wo alle auf irgendwas warten."

Eine Haltestelle u. a. mit Bildern von Ferdinand Penker und Martin Schnur und Installationen von Michael Kienzer und Matta Wagnest. Barbara Rett führte durchs Programm, das Songs wie "Spiel mir das Lied vom Tod", "Titanic" oder "Yesterday" als Stimmungsmacher beinhaltete. (cms/DER STANDARD, Printausgabe, 30.04./01.05.2005)

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