Nestle-Chef verteidigt Doppelfunktion

9. Mai 2005, 13:40
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Peter Brabeck: "Keine andere Wahl" - Bestellung eines neuen CEO wäre in gegebener Situation "nicht fair" gewesen

Wien - Der Vorstandsvorsitzende (CEO) des Schweizer Nahrungsmittelriesen Nestle, der gebürtige Österreicher Peter Brabeck, hat seine umstrittene Wahl in den Verwaltungsrat von Nestle am Freitag verteidigt. "Wir hatten keine andere Wahl", sagte Brabeck im Gespräch mit dem ORF-Radio ("Ö1-Mittagsjournal"). Brabeck leitet seit acht Jahren als CEO den Nestle-Konzern. Seit Mitte April ist er in Personalunion auch Präsident des Kontrollgremiums von Nestle.

Nestle stehe mitten in einer strategischen Neuorientierung, argumentiert Brabeck. "Der Verwaltungsrat müsste dem CEO sagen, wir müssen die Reorganisierung durchführen. Das wäre nicht fair für einen neuen CEO", sagte Brabeck. Sinnvoller sei daher die derzeitige Doppelfunktion, in der der Österreicher zugleich Chef und Verwaltungsratspräsident von Nestle ist. "In zwei, drei Jahren kann dann ein neuer CEO die volle Aufgabe übernehmen", sagte Brabeck.

Wellness soll gestärkt werden

Strategisch will Brabeck den weltgrößten Nahrungsmittel- und Getränkekonzern in den nächsten Jahren verstärkt auf gesunde Ernährung und Wellness-Produkte ausrichten. Die Orientierung auf Nachhaltigkeit sei unentbehrlich: "Sonst ist unser Geschäft in zehn Jahren tot", sagte der Nestle-Chef. Der Konzern, der 2004 einen Umsatz von 57 Mrd. Euro erzielte, peilt weiter ein jährliches Wachstum zwischen 5 und 6 Prozent an. (APA)

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    Nestle-Chef Peter Brabeck zu seiner Doppelfunktion: "Hatten keine andere Wahl"

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