Böhler vor Kauf eines Schweißtechnik-Unternehmens

9. Mai 2005, 13:30
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Verhandlungen weit gediehen - Deal könnte schon bald spruchreif werden - "Kleinere Dimension" als Buderus Edelstahl

Wien - Der börsenotierte Edelstahlkonzern Böhler-Uddeholm steht nach der Ende März fixierten Übernahme der deutschen Buderus Edelstahl vor einer weiteren Akquisition, die demnächst spruchreif werden könnte. Verhandelt wird der Kauf eines Schweißtechnik-Unternehmens.

Konzernchef Claus Raidl bestätigte der APA am Donnerstagabend, dass Böhler-Uddeholm eine Firma für das Schweißtechnik-Geschäft des Konzerns ins Visier genommen hat. Näheres wollte er gestern - am Rande einer Festveranstaltung zum zehnjährigen Börsenjubiläum von Böhler-Uddeholm - nicht sagen.

Verhandlungen weit gediehen

Dem Vernehmen nach stehen die Verhandlungen bereits unmittelbar vor dem Abschluss. Das Akquisitionsprojekt, das Böhler-Uddeholm seit dem Vorjahr verfolgt, soll im Vergleich zum "Buderus-Deal", dem bisher größten in der Konzerngeschichte, eine "kleinere Dimension" haben.

Die Division Schweißtechnik (Welding Consumables), die insgesamt rund 1.500 Mitarbeiter beschäftigt, ist gemessen an ihrem Umsatz (2004: 291,6 Mio. Euro) die zweitgrößte der vier Böhler-Uddeholm-Sparten. Das Schweißtechnik-Geschäft war zuletzt stark aufgerüstet worden: Vor rund zwei Jahren hatte Böhler-Uddeholm den deutschen Joint-Venture-Partner ThyssenKrupp ausgekauft und dessen Hälfte-Anteil an der "Böhler Thyssen Schweißtechnik" übernommen. Davor war die Sparte als nicht zum Kerngeschäft gehörend definiert worden, weshalb Böhler-Uddeholm ursprünglich auch Verkaufspläne gehegt hatte.

Kaufpreis wird mit "unter 200 Millionen Euro" veranschlagt

Mit einer Entscheidung der EU-Kartellbehörde zur Übernahme von Buderus Edelstahl (405 Mio. Euro Umsatz, 1.700 Mitarbeiter) rechnet man im Böhler-Uddeholm-Konzern für Juni. Ein positiver Bescheid wird erwartet. Im Juni - so heißt es aus dem Vorstand - sollte es auch das Closing geben. Der Kaufpreis wird in informierten Kreisen mit "deutlich weniger als 200 Mio. Euro" veranschlagt. (APA)

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