Motorola baut Entwicklungszentrum in Polen aus

9. Mai 2005, 11:10
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300 neue Arbeitsplätze für IT-Spezialisten in Krakau - Polnische Programmierer mit gutem Ruf

Das amerikanische Mobilfunk-Unternehmen Motorola will sein Zentrum für Software-Entwicklung im polnischen Krakau ausbauen. Noch heuer sollen knapp 300 neue Arbeitsplätze, unter anderem für Programmierer, entstehen, kündigte der Leiter des Zentrums, Jacek Drabik, am Donnerstag an.

Das polnische Motorola-Entwicklungszentrum existiert seit sieben Jahren und beschäftigt zur Zeit rund 400 Spezialisten. In Zukunft würden weitere langfristige Verträge des Unternehmens von Krakau aus bedient, so Jacek Drabik. Die Standortentscheidung sei auf den guten Ruf zurückzuführen, den sich die polnischen IT-Spezialisten in den vergangenen Jahren erarbeitet hätten. Außerdem sei die mitteleuropäische Zeitzone günstig zwischen den Zeitzonen in Asien und Amerika gelegen, sodass sich ein 24-stündiger Programmier-Zyklus durchführen lasse, erklärte Drabik.

Das polnische Zentrum ist das drittgrößte von 20 ähnlichen Motorola-Zentren weltweit. Es beschäftigt sich hauptsächlich mit Programmen, die im Mobilfunk und bei der digitalen Rundfunkübertragung benötigt werden. Nach Aussage von Drabik hat sich der in Krakau erwirtschaftete Wert zwischen 2000 und 2004 verdreifacht. Von dort aus würden Mobilfunknetz-Betreiber auf der ganzen Welt bedient, unter anderen Vodafone und China Mobile.

Auch andere Unternehmen der Elektronik-Branche investieren seit Jahren in Entwicklungszentren in Polen. So programmieren polnische Spezialisten in Gdansk (Danzig) für Intel, in Wroclaw (Breslau) für Siemens, in Bydgoszcz für Lucent Technologies. "Die ausländischen Investoren auf diesem Gebiet sind sehr wichtig für ein Land wie Polen, wo die einheimischen Unternehmen nur sehr wenig für Forschung ausgeben", sagt Elzbieta Wojnicka vom Institut für Ökonomie der Höheren Schule für Informatik in Rzeszow. Nur so könnten polnische Spezialisten den Anschluss an die technologische Entwicklung halten, so Wojnicka.(APA)

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