Kärnten: "Philippinische Wunderheiler" vor Gericht

1. Mai 2005, 20:47
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Vorwurf des schweren gewerbsmäßigen Betrugs - 28 Personen fühlen sich geschädigt

Klagenfurt - "Philippinische Wunderheiler" müssen sich seit Freitag am Landesgericht Klagenfurt verantworten. Ihnen wird schwerer gewerbsmäßiger Betrug vorgeworfen. 28 Personen fühlen sich von den drei Beschuldigten geschädigt, insgesamt sind laut Anklage 27.250 Euro auf das Konto der ostasiatischen Heilpraktiker gewandert. Die Verhandlung wurde für vier Tage anberaumt, kommenden Dienstag geht der Prozess weiter.

Fernheilung mittels Telepathie

Bei den Beschuldigten handelt es sich um eine deutsche Staatsangehörige und zwei Philippinen, die Seminare und Behandlung mit "traditionellen Praktiken" angeboten hatten. Dazu zählt auch die Fernheilung mittels Telepathie. Anzeige erstattet hatte eine Kärntnerin, die sich betrogen fühlte. Das Gericht hat nun zu klären, ob die angebotenen Heilmethoden tatsächlich "praktikabel" sind, wie es Staatsanwalt Friedrich Borotschnik in seiner Anklageschrift formulierte.

"Auch Homöopathie vor zehn Jahren nicht anerkannt"

"Ich wundere mich, wenn Leute, die positiv motiviert sind, plötzlich vor dem Strafrichter stehen", sagte Verteidiger Manfred Schiffner zu Beginn der Verhandlung. Für ihn sei klar, dass die Dienstleistung eines Alternativmediziners nicht nachvollziehbar sei. Um gleich Parallelen zur Weltgeschichte zu ziehen: "Galileo Galilei hat auch seine Erkenntnisse vor der Inquisition zurückziehen müssen." Und weiter: "Auch die Homöopathie war vor zehn Jahren noch nicht anerkannt." (APA)

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