Nur bei Regen oder Neuschnee war die Luft "sauber"

2. Juli 2005, 19:38
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Greenpeace-Messung: Alle Grenzwerte wurden in den vergangenen zwei Monaten überschritten

Wien - "Gesundes Spazierengehen gibt es in Österreich nur noch bei Neuschnee", erklärte Greenpeace-Pressesprecher Franko Petri. Die Umweltorganisation präsentierte die Feinstaub-Messwerte der vergangenen zwei Monate.

Gute Luft bei Regen oder Schnee

Im bundesweiten Schnitt wurden alle gültigen Grenzwerte - egal ob bei PM10-, PM2,5 oder PM1-Partikeln - überschritten. Nur bei Regen oder Neuschnee war die Luft "sauber". Den besten Wert von fünf Mikrogramm PM10 pro Kubikmeter habe man Anfang März in der Steiermark und Burgenland bei zehn Zentimeter Neuschnee gemessen.

Leoben und Wörgl Rekordhalter in schlechter Luft

Den absoluten Rekord hält dabei Leoben in der Steiermark, wo Greenpeace am 30. März um 14.06 Uhr 468,9 Mikrogramm PM10 pro Kubikmeter Luft gemessen hat, gefolgt von Wörgl in Tirol (421,3 Mikrogramm am 14. März um 16.56 Uhr). Der gesetzliche Grenzwert für PM10 (Tagesmittelwert) beträgt 50 Mikrogramm pro Kubikmeter und darf laut Immissionsgesetz Luft an maximal 30 Tagen im Jahr überschritten werden.

Ultrafeinstaub vor Krankenhaus

Für lungengängigen Ultrafeinstaub PM2,5 und PM1 gibt es noch keine gesetzlichen Grenzwerte. Die US-amerikanische Umweltbehörde empfiehlt bei PM2,5 aber einen Höchstwert von maximal 15 Mikrogramm pro Kubikmeter. Der in Österreich erhobene Mittelwert lag bei 33,9 und bei dem noch feineren PM1 bei 30,6. Eine der höchsten PM2,5-Belastungen wurde, so Greenpeace, vor dem Krankenhaus in St. Pölten gemessen.

Experten-Gipfel

Am 9. Mai soll der Feinstaub-Experten-Gipfel mit Umweltminister Josef Pröll (V)stattfinden. Greenpeace ist zum Gipfel in Wien nicht eingeladen. Die Ergenisse sollen am 25. Mai auf der Landeshauptleute-Konferenz diskutiert werden.

Deklaration gegen Feinstaub

Greenpeace hat rund 1.300 Bürgermeistern und allen Landesleuten eine Deklaration gegen Feinstaub und Verkehrslärm zum Unterschreiben geschickt. 127 Bürgermeister haben unterzeichnet. Die Landeschefs aus dem Burgenland und aus Salzburg haben persönlich eine schriftliche Stellungnahme geschickt, sechs weitere Länder haben über ihre Umweltlandesräte geantwortet. Mayer: "Nur aus Kärnten ist gar nichts gekommen." (APA)

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