Opposition stößt sich an ORF-"Offen gesagt" am 1. Mai

1. Mai 2005, 19:48
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Kanzler, EU-Kommissar und Sozialpartner, aber keine anderen Parteichefs - Auch BZÖ-Kritik - ORF: "Sachlich begründet"

Die für den 1. Mai angekündigte Ausgabe der ORF-Diskussionssendung "Offen gesagt" stößt der Opposition sauer auf. Zum Thema "Arbeit suchen, Arbeit schaffen", werden Bundeskanzler Wolfgang Schüssel, EU-Kommissar Günther Verheugen und Vertreter der Sozialpartner diskutieren. Andere Parteichefs seien nicht geladen, kritisierten SPÖ-Mediensprecher und Klubobmann Josef Cap und die Grüne Bundesgeschäftsführerin Michaeli Sburny in Aussendungen.

Dabei finde üblicherweise am 1. Mai als Feiertag eine solche Sendung überhaupt nicht statt, so Cap und Sburny: Beide gingen davon aus, dass der ORF die Diskussionssendung auf Wunsch der ÖVP zusammengestellt und ins Programm gehievt habe. Kritik kam auch von BZÖ-Bündnissprecher Uwe Scheuch: Er hatte sich bereits am Donnerstag beschwert, dass Infrastrukturminister und Vizekanzler Hubert Gorbach "ausgeschlossen" worden sei.

ORF: "Sachlich begründet"

Der ORF hatte diesen Vorwurf zurückgewiesen: Die Einladungen an den EU-Kommissar Verheugen und führende Repräsentanten der Interessensvertretungen hätten "mit Parteizugehörigkeiten nichts zu tun, sondern sind ausschließlich sachlich begründet".

Zur Diskussion am Sonntagabend sind neben Schüssel und Verheugen noch ÖGB-Präsident Fritz Verzetnitsch, Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl, der Präsident der Industriellenvereinigung, Veit Sorger, sowie Arbeiterkammer-Präsident Herbert Tumpel eingeladen. (APA)

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