Chronologie: Die Beziehungen Kuomintang - KP Chinas

4. Mai 2005, 14:30
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Vom Shanghai-Massaker über das antijapanische Bündnis zum Bürgerkrieg

Peking - Mehr als fünf Jahrzehnte nach dem Ende des Bürgerkrieges in China sind am 29. April 2005 in Peking die Vorsitzenden der Kommunistischen Partei und ihres 1949 unterlegenen Hauptgegners, der Nationalpartei (Kuomintang/KMT), zusammengetroffen.
Ein historischer Rückblick:

1911/12
Sturz der seit 1644 regierenden Mandschu-Dynastie (Qing-Dynastie). Ausrufung der Republik China durch den Revolutionär Sun Yat-sen, der die Nationalpartei ("Staatsvolkspartei" - Kuomintang/KMT) gründet.

1921
Gründung der Kommunistischen Partei Chinas in Shanghai im Beisein von Komintern-Vertretern aus Moskau.

1923
Kommunisten und Kuomintang gehen auf Komintern-Betreiben ein Bündnis ein.

1925
Nach dem Tod Sun Yat-sens übernimmt dessen Schwager General Tschiang Kai-schek die Kuomintang-Führung und beginnt 1926 den "Nordfeldzug" gegen die regionalen Militärmachthaber (Warlords) zur Wiederherstellung der staatlichen Einheit.

1927
Bruch zwischen Nationalisten und Kommunisten. Tschiang Kai-schek lässt im April in Shanghai Tausende Kommunisten massakrieren. Nach der erfolglosen "Herbsterntenrevolte" ziehen sich die Kommunisten unter Mao Tse-tung (Mao Zedong) in das Jinggang-Gebirge in der Provinz Jiangxi zurück, wo ein ein erstes chinesisches Sowjetgebiet entsteht.

1934-35
"Langer Marsch" der Kommunisten über 10.000 Kilometer von Ruijin nach Yanan im Norwesten. Von 100.000 Teilnehmern erreicht ein Zehntel das Ziel. Mao setzt sich definitiv als Parteiführer durch. Die KP gibt dem antijapanischen Widerstand den Vorrang vor dem Klassenkampf.

1936
"Zwischenfall von Xian": Tschiang Kai-schek wird von nationalistischen Militärs gefangen genommen und zur Bildung einer antijapanischen Einheitsfront mit den Kommunisten gezwungen.

1937
Ausbruch des chinesisch-japanischen Krieges. Die Japaner erobern das gesamte Küstengebiet und Nanking, die Hauptstadt der Nationalregierung, die nach Tschungking ausweichen muss.

1945
Sowjetischer Einmarsch in die Mandschurei und Kapitulation der Japaner. Verhandlungen zwischen Kuomintang und KP scheitern.

1946
Beginn des Bürgerkrieges zwischen Nationalisten und Kommunisten.

1949
Sieg der Kommunisten. Mao ruft am 1. Oktober in Peking die Volksrepublik aus. Tschiang Kai-schek zieht sich mit den Resten seiner geschlagenen Armee auf die Insel Taiwan zurück.

1971
Die "Republik China" (Taiwan) verliert den UNO-Sitz an die Volksrepublik.

1979
Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Peking und den USA. Washington garantiert Taiwan aber weiter Schutz im Fall eines Angriffs.

1991
Das taiwanesische Parlament setzt den Kriegszustand außer Kraft.

1996
Vor der ersten freien Präsidentenwahl in Taiwan feuert die Volksrepublik China Raketen ab. Die USA entsenden Kriegsschiffe in die Meerenge von Taiwan.

1999
Der taiwanesische Präsident Lee Teng-hui sagt sich faktisch von der "Ein-China"-Politik los und erklärt, die Beziehungen hätten zwischenstaatlichen Charakter. Eine Unabhängigkeitserklärung Taiwans nennt er überflüssig.

2000
Der Oppositionelle Chen Shui-bian wird Präsident Taiwans. Peking droht mit einem Angriff, wenn Taiwan eine friedliche Wiedervereinigung ablehnt.

2005
Der chinesische Volkskongress verabschiedet das Antisezessionsgesetz, das den Einsatz militärischer Mittel vorsieht, um die staatsrechtliche Loslösung der Insel zu unterbinden. Der Kuomintang-Vorsitzende und Oppositionschef Lien Chan reist in die Volksrepublik.

(APA)

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