Jogging ja - aber welcher Laufstil ist am besten?

1. Mai 2005, 15:00
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Das häufig empfohlene Vorfuß-Laufen hat sich in einer Untersuchung nicht als sicherer erwiesen

Frankfurt/Main - Jogger sollten sich Änderungen ihres Laufstils gut überlegen. Das wegen angeblich geringerer Verletzungsgefahr häufig empfohlene Vorfuß-Laufen hat sich in einer Untersuchung mit 2.000 Joggern nicht als sicherer erwiesen, teilte die deutsche Gesellschaft für Orthopädisch-Traumatologische Sportmedizin mit.

Das auf den vorderen Fußteil konzentrierte Laufen birgt demnach genauso die Gefahr von Überlastungen wie das auf den hinteren Teil konzentrierte. Beim Vorfuß-Lauf wird der Boden ausschließlich mit dem vorderen Teil des Fußes berührt. Nach einer kurzen Phase des Bodenkontaktes drückt sich der Läufer wieder nach vorne ab.

Einsatz

Daher wird der Vorfuß-Lauf vor allem bei kurzen und schnellen Distanzen bevorzugt, von Leistungssportlern allerdings auch bei langen Strecken bis hin zum Marathon. Beim Rückfuß-Lauf setzt der Läufer dagegen zuerst mit der Ferse auf, gefolgt von einer Kippbewegung im unteren Sprunggelenk, um sich dann über den Vorfuß abzudrücken.

Die Untersuchung zeigte, dass beide Laufstile eine grundsätzlich andere Bewegungsart erfordern und damit das Risiko für unterschiedliche Überlastungsprobleme. Eine Überlegenheit des Vorfuß-Laufes bestehe allerdings nicht, habe die Untersuchung des Oberarztes am Lehrstuhl für Orthopädie der Universität Würzburg, Markus Walther, ergeben. Das Risiko für Verletzungen ist der statistischen Auswertung zufolge vielmehr ähnlich hoch. Denn der Läufer sei unabhängig vom Laufstil dazu gezwungen, sein Körpergewicht beim Bodenkontakt abzufangen und dabei seine natürlichen Dämpfsysteme einzusetzen.

Überlastungsreaktionen

Beim Rückfuß-Lauf ist dies die Pronationsbewegung im Rückfuß, die zu einer entsprechend hohen Belastung der am Innenknöchel liegenden Tibialis-posterior-Sehne führt, verbunden mit einer Beugung in Sprunggelenk, Knie und Hüfte. Überlastungsreaktionen beim Rückfuß-Läufer betreffen daher bevorzugt die Sehnenregion am Innenknöchel, wie die Gesellschaft mitteilte. Der Vorfuß-Läufer fängt sein Körpergewicht über die Wadenmuskulatur und die Achillessehne ab, Überlastungsreaktionen treten dementsprechend hier auf.

Die Gesellschaft riet, den Laufstil nicht zu ändern, wenn Jogger über viele Jahre beschwerdefrei sind. Ganz im Gegenteil: Im fortgeschrittenen Alter sei das Risiko groß, dass es durch eine Umstellung vom Rückfuß-Lauf auf den Vorfuß-Lauf zu Überlastungsreaktionen im Bereich der Achillessehne komme, die häufig nur sehr schwer behandelbar sei. (APA/AP)

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