Putin sagt Abbas Aufbauhilfe zu

3. Mai 2005, 09:12
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Hubschrauber und gepanzerte Fahrzeuge versprochen - Russisches Zurückrudern beim Plan für eine Nahost-Konferenz

Die russische Hymne, von einer palästinensischen Polizeikapelle intoniert, klang etwas schrill, doch der Empfang für Wladimir Putin im Präsidentenhauptquartier in Ramallah war umso herzlicher - Russlands Staatschef schien es geschafft zu haben, die noch in Sowjetzeiten wurzelnde Freundschaft zu den Palästinensern zu bewahren, nachdem er sich tags zuvor bei den Israelis ein gewisses Maß an Vertrauen erworben hatte. Am Grab Yassir Arafats legte Putin einen Kranz nieder, das folgende lange Gespräch mit Präsident Mahmud Abbas scheint aber außer recht vagen Versprechungen von Aufbauhilfe wenig ergeben zu haben.

"Wenn wir erwarten, dass Präsident Abbas den Terrorismus bekämpft, so kann er das mit seinen jetzigen Ressourcen nicht machen", sagte Putin bei der gemeinsamen Pressekonferenz und versprach "technische Hilfe" und "Training". Putin hatte Abbas auch gleich ein nützliches Geschenk mitbringen wollen - zwei Hubschrauber, die es Abbas erleichtern sollen, zwischen dem Westjordanland und dem Gazastreifen zu pendeln, und 50 gepanzerte Mannschaftswagen, die die Schlagkraft der Autonomiepolizei vergrößern sollen. Doch die Israelis scheinen sich prinzipiell jeder Lieferung von Rüstungsgegenständen an die Palästinenser zu widersetzen, solange die Terrorgruppen nicht zerschlagen sind.

Abbas griff freudig die Idee einer internationalen Nahostkonferenz in Moskau auf, wie Putin sie zwei Tage zuvor bei seinem Besuch in Kairo vorgeschlagen hatte. Doch sowohl die USA als auch Israel hatten ablehnend reagiert, weil eine Konferenz erst für eine viel spätere Phase der Roadmap vorgesehen sei. Die Russen spielten die Idee prompt herunter und erklärten, Putin habe bloß an ein Expertentreffen gedacht.

Ben Segenreich aus Tel Aviv

Nachlese

Putin stoppt und liefert Raketen

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Putin und Abbas in Ramallah.

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