Rosenbauer erhöht Dividende für 2004 - Joint-Venture in China

9. Mai 2005, 13:28
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Dividende wird auf 2 Euro angehoben - Für 2005 wird eine leichte Umsatzsteigerung und ein konstantes Ergebnis erwartet

Wien - Der börsenotierte oberösterreichische Feuerwehrausrüster Rosenbauer hat den Nettogewinn im Vorjahr überraschend erhöht und wird seine Dividende für das vergangene Jahr von 1,5 auf 2 Euro je Aktie erhöhen.

Während, wie bereits nach den vorläufigen Zahlen bekannt, der Umsatz wegen fehlender Großaufträge im Vorjahr von 323,0 auf 299,4 Mio. Euro und das Betriebsergebnis (EBIT) deshalb von 19,2 auf 13,7 Mio. Euro zurückgegangen sind, stieg der Jahresüberschuss dagegen von 6,8 auf 8,7 Mio. Euro an. Verlustvorträge aus Deutschland hätten sich positiv auf das Nachsteuerergebnis ausgewirkt, erklärte eine Unternehmenssprecherin auf APA-Anfrage.

Für 2005 geht das Unternehmen angesichts "interessanter Großaufträge" auch wieder von leicht steigenden Umsätzen aus. Das Vorsteuerergebnis (EBT) wird laut Prognose allerdings - gedämpft durch Restrukturierung bei der deutschen Tochter Metz Aerials - im Bereich des Vorjahresniveaus von 10,5 Mio. Euro stagnieren.

Expansion nach China Das Unternehmen setzt nun auch auf China und wird in einem nahe Hongkong gelegenen neuen Werk heuer die ersten Fahrzeuge für das Reich der Mitte bauen. "Wir erwarten uns aus dem Engagement eine Belebung des (Geschäfts-, Anm.) Volumens, weil in China Bedarf und Nachfrage groß sind", sagte Rosenbauer-Vorstandschef Julian Wagner am Freitag bei der Bilanzpressekonferenz in Wien.

Das 50:50-Joint-Venture, das Rosenbauer mit dem chinesischen Partner YongQiang gegründet hat, soll in den nächsten Tagen die Geschäftslizenz von den chinesischen Behörden erhalten. Die Investition umfasst insgesamt etwa sechs Mio. Euro, rund ein Viertel des Umsatzes soll mit Zulieferungen aus Österreich gemacht werden, sagte Wagner. Das Motiv, in China selbst zu fertigen statt ganze Fahrzeuge zu exportieren, liege in zunehmenden Restriktionen beim Zugang auf den chinesischen Markt: "Man versucht, die Importe komplett zu reduzieren", so Wagner.

USA-Geschäft entwickelt sich "erfreulich"

Für das laufende Jahr 2005 erwartet die oberösterreichische Firma verstärkten Wettbewerb auf dem europäischen Markt, der aus einer Fusion in Frankreich sowie aus Osteuropa resultiert. Die Aufträge aus den USA würden sich aber wie im vergangenen Jahr "äußerst erfreulich" entwickeln, hieß es. Der Grund dafür sind zusätzliche Sicherheit-Budgets im Gefolge des Attentats am 11. September 2001.

Das Ergebnis des heurigen Jahres wird durch notwendige Restrukturierungen am Standort in Karlsruhe belastet, die rund 20 Verwaltungsangestellten den Job und das Unternehmen 1,5 Mio. Euro kosten werden. Dennoch erwarte man sich für 2005 ein Vorsteuerergebnis in der Dimension des heute präsentierten Ergebnisses 2004 (10,5 Mio. Euro). Der Konzernumsatz soll leicht auf über 300 Mio. Euro zulegen.

Keine neue AR-Wahl

Bei der kommenden Hauptversammlung wird es aber nicht zur Wahl eines neuen Aufsichtsrats kommen, sagte Wagner, dessen Familie Kernaktionär der Firma ist. Damit werden die Alteigentümer der Forderung des neuen Minderheitsaktionärs Cross Holding einen Vertreter in das Kontrollgremium zu entsenden, nicht nachkommen. "Der Aufsichtsrat wurde erst vor zwei Jahren für die volle Periode gewählt und es hat niemand sein Interesse deponiert, aus dem Aufsichtsrat auszuscheiden", sagte Wagner. Das Gesprächsverhältnis zwischen dem neuen Großaktionär mit mehr als 25 Prozent der Stimmen und dem Vorstand sei aber "ausgesprochen vernünftig", beteuerte er. Man sei in Diskussion darüber, wie die Cross Holding Einfluss ausüben und für Rosenbauer mitarbeiten könne, sagte Wagner, ohne ins Detail gehen zu wollen.

Neues Logistikzentrum

Im Stammsitz in Leonding soll ab heuer ein neues Logistikzentrum errichtet werden, das es ermöglichen wird, mehr Platz in den Produktionshallen zu schaffen. Dieses Investment wird mit rund 6 Mio. Euro über zwei Jahre beziffert. Zusätzliche Jobs würden dadurch keine entstehen, "die diesbezüglichen Personalmaßnahmen sind im vergangenen Jahr alle bereits vorweggenommen worden". Das Unternehmen hat Ende 2004 mit 1.376 Mitarbeitern etwa 60 Personen mehr beschäftigt als ein Jahr davor. (APA)

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