USA fordern von Deutschland Aufklärung über Iran-Lieferung

4. Mai 2005, 16:35
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Reeder: Deutsche Kran-Lieferung für Iran nicht zu stoppen

Washington - In dem Fall einer iranischen Firma, die in Deutschland Zubehör für das iranische Raketenprogramm gekauft haben soll, haben die USA Aufklärung von den deutschen Behörden verlangt. Ein hochrangiger Mitarbeiter des Außenministeriums in Washington sagte am Donnerstag: "Wir stehen deshalb in Kontakt mit den Deutschen". Der Fall werde von der US-Regierung "verfolgt".

Das Nachrichtenmagazin "Spiegel" hatte in seiner jüngsten Ausgabe berichtet, Generalbundesanwalt Kay Nehm ermittle gegen die in Teheran ansässige Firma Mizan Machine. Sie habe bei dem süddeutschen Unternehmen Liebherr einen rund 600.000 Euro teuren Spezialkran bestellt, der im April in Hamburg verschifft worden sei. Die Ermittler befürchten demnach, dass der Kran beim Bau iranischer Raketen eingesetzt werden solle. Der Iran wies die Angaben zurück.

Nach Angaben des Ministeriumsmitarbeiters in Washington, der anonym bleiben wollte, fanden bereits Gespräche mit dem Auswärtigen Amt in Berlin über den Fall statt. Die US-Regierung wünsche aber noch "weitere Aufklärung" über den Fall. Die Konsultationen mit Berlin fänden im Rahmen der von den USA auf den Weg gebrachten "Proliferation Security Initiative" statt. Diese multilaterale Initiative zielt darauf ab, die Verschiffung von Massenvernichtungswaffen oder von Materialien zur ihrer Produktion zu unterbinden.

Auslieferungsstopp des deutschen Krans ausgeschlossen

Eine norwegische Reederei hat unterdessen am Donnerstag einen Auslieferungsstopp des deutschen Krans ausgeschlossen, der von der iranischen Firma mit Verbindungen zur Waffenproduktion des Landes bestellt wurde. "Der Zeitpunkt, zu dem man noch eine Lösung hätte finden können, ist verstrichen", sagte ein Sprecher der Reederei, die den Schwerlastkran der Firma Liebherr am Freitag im iranischen Hafen Bandar Abbas ausliefern wird.

"Das Problem ist nicht der Kran", sagte ein Diplomat eines westlichen Landes der Nachrichtenagentur Reuters. "Er steht nicht auf irgendeiner Liste (verbotener Exporte). Das Problem ist die Firma Mizan Machine." Mizan sei bekannt für seine Mitarbeit am iranischen Raketenprogramm, ergänzte ein anderer Diplomat. "Aber es ist nicht bekannt, dass sie eine Verbindung zum Atomprogramm (des Irans) haben."

Nach der Sicherstellung von vier Spezialmotoren bei einer Firma in Hannover im Jänner ist dies innerhalb von wenigen Monaten bereits der zweite Fall, bei dem es um die Lieferung strittiger Technik aus Deutschland in den Iran geht. Die USA verdächtigen den Nachbarn des Irak, heimlich an Atomwaffen zu arbeiten. Deutschland, Frankreich und Großbritannien versuchen derzeit, den Konflikt auf diplomatischen Wege und durch Zugeständnisse des moslemischen Landes zu lösen. (APA/AFP/Reuters)

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