NATO-Luftradarsystem ab 2010

2. Mai 2005, 06:51
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Erster Vertrag mit Konsortium aus mehreren Unternehmen abgeschlossen: Radarsystem wäre eine der bisher teuersten Anschaffungen der Allianz

Brüssel - Die NATO hat mit einen Konsortium aus mehreren europäischen und nordamerikanischen Unternehmen einen Vertrag über ein Luftradarsystem abgeschlossen, das ab 2010 verdächtige Objekte am Boden aufspüren soll. Der erste Teilvertrag im Wert von 23 Millionen Euro wurde am Donnerstag am Rande einer Konferenz der nationalen Rüstungsbeauftragten der 26 NATO-Mitgliedstaaten unterzeichnet, wie NATO-Vertreter mitteilten. Ziel ist es, mithilfe eines neu entwickelten äußerst leistungsfähigen Radarsystems eine gemeinsame Bodenüberwachung aus der Luft vorzunehmen.

Gesamtkosten vier Milliarden Euro

Der am Donnerstag abgeschlossene Vertrag ist der erste Schritt für dieses Vorhaben. Ende diesen oder Anfang kommenden Jahres soll die eigentliche Planungsphase beginnen, für die noch einmal 500 Millionen Euro veranschlagt werden. Die Gesamtkosten werden sich laut NATO auf insgesamt vier Milliarden Euro belaufen. Es handle sich damit um eine der bisher teuersten Anschaffungen der Allianz und zugleich um eine der technisch fortgeschrittensten.

TIPS - Transatlantic Industrial Proposed Solution

Die NATO hatte im April 2004 für die Umsetzung des Projekts ein Konsortium ausgewählt, das unter dem Namen TIPS (Transatlantic Industrial Proposed Solution) unter anderem den europäischen Luft- und Raumfahrtkonzern EADS und die US-Gruppe Northrop Grumman umfasst. Auch die französische Firma Thales, die italienische Firma Galileo, das spanische Unternehmen Indra und die kanadische Zweigstelle des US-Konzerns General Dynamics zählen zum Konsortium. Hinzu kommen zahlreiche Zulieferer.

Bisher 17 Radarflugzeuge vom Typ E-3 Awacs für die Überwachung des Luftraums

Bisher verfügt die NATO über 17 Radarflugzeuge vom Typ E-3 Awacs für die Überwachung des Luftraums. Das neue System soll es der Allianz ermöglichen, Ziele am Boden auszumachen und zu verfolgen, etwa Truppenbewegungen. Laut einer Erklärung der NATO soll das System in Flugzeuge sowie in "Luftfahrzeuge ohne Pilot" (Drohnen) eingebaut werden. Nach dem vom Konsortium angebotenen System sollen umgebaute Airbus-321-Flugzeuge und abgewandelte Typen der US-Drohne Global Hawk verwendet werden.

Die Anschaffung eines Luftradarsystems wurde in der NATO bereits seit zehn Jahren diskutiert. Aber erst beim NATO-Gipfel in Prag im November 2002 traf die Allianz verbindliche Beschlüsse für ein solches gemeinsames Programm. (APA)

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    Ein Awacs-Aufklärungsflugzeug

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