Steirische SP-Politiker hoffen auf Androschs Luftfahrtprojekt

9. Mai 2005, 14:02
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Wirtschaftslandesrat prüft Rückforderung der Fördermittel - 13 Lehrlinge der HTP Formenbau kommen bei ATB unter

Graz - Mit Bedauern hat Steiermarks Landespolitik auf die bevorstehende Schließung des Formenbauwerks der High Tech Plastic AG (HTP) in Fohnsdorf reagiert. Vor allem von Seiten der steirischen SPÖ kommt nun Druck in Richtung HTP, das von Parteifreund und Ex-Finanzminister Hannes Androsch angestrebte Projekt eines neuen Flugzeugzulieferers in der Standortgemeinde umzusetzen.

Androsch hatte am Vortag die Übernahme der HTP-Kunststoff-Sparte für Flugzeuge und die Einbringung der Produktion in ein neues Unternehmen mit dem Namen ADA ("Androsch-Dörflinger Aircraft") angekündigt, das dann mit dem zweiten Luftfahrttechnikunternehmen Androschs, der FACC, kooperieren soll. HTP-Chef Kurt Helletzgruber, der heute die Schließung der von der Flugzeugsparte unabhängigen Formenbau-Produktion in Fohnsdorf angekündigt hat, dementiert das aber. Helletzgruber will die Sparte nicht verkaufen und kann sich nur eine Ausgliederung, ein Joint-Venture oder eine lose Kooperation vorstellen.

Voves: Schließung "mehr als bedauerlich"

Der steirische SPÖ-Chef und Landeshauptmannstellvertreter Franz Voves nannte die Schließung der HTP Formenbau "mehr als bedauerlich" und meinte, er vertraue auf die Aussage Androschs und das neue Luftfahrtprojekt. Androsch habe bereits erklärt, dass er dieses Vorhaben als einen Ersatz für das gescheiterte Red Bull-Projekt Spielberg sehe. Auf das neue Projekt hofft auch der Bürgermeister von Fohnsdorf, Johann Straner (S). Es bewege sich wenigstens etwas in Richtung Luftfahrtkooperation, "das gibt einen Hoffnungsschimmer". In welchem Zeitraum sich das umsetzen lasse, entziehe sich jedoch seiner Kenntnisnahme. Die Möglichkeiten der Gemeinde zur Einflussnahme sei dabei "de facto null".

Wirtschaftslandesrat Gerald Schöpfer (V) erklärte, dass es zumindest gelungen sei, die 13 HTP-Lehrlinge beim Elektromotorenhersteller ATB im nahen Spielberg unterzubringen. Geprüft werde jetzt, ob die HTP nicht eventuell Fördermittelanteile retournieren müsste, die an Beschäftigungsauflagen gekoppelt gewesen seien.

Bürgermeister: Gemeinde hart getroffen

Für Fohnsdorf bedeutet die Schließung laut Bürgermeister Straner jedenfalls "einen großer Verlust an Einnahmen" - erst die Abwanderung der AT&S-Fertigung bis Jahresende nach Leoben-Hinterberg und nun die Schließung der HTP Formenbau-Sparte mit 85 Jobs, klagt er. Man habe sich zwar auf Diversifizierung der Wirtschaft spezialisiert und mit dem Einkaufszentrum "Arena am Waldfeld", zwei Bau- und einer Kranbaufirma mehrere Standbeine. Dennoch treffe das alles die Gemeinde hart, so Straner. (APA)

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