Vietnam erlässt umfangreiche Amnestie

24. Mai 2005, 12:16
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Aus Anlass des bevorstehenden 30. Jahrestages des Kriegsendes insgesamt 7.751 Gefangene begnadigt - Darunter auch katholischer Geistlicher

Hanoi - Der vietnamesische Staatspräsident Tran Duc Luong hat aus Anlass des bevorstehenden 30. Jahrestages des Kriegsendes insgesamt 7.751 Gefangene begnadigt, wie am Donnerstag aus Regierungskreisen in Hanoi verlautete. In den Genuss der Amnestie kommen auch der katholische Geistliche Pham Ngoc Lien (64), der 1987 wegen "staatsfeindlicher Propaganda" zu einer zwanzigjährigen Gefängnisstrafe verurteilt wurde, die Mennonitin Le Thi Hong Lien und mehrere Aktivisten ethnischer Minderheiten, die seit Februar 2004 inhaftiert sind.

Nach Philippinen hat Vietnam in Asien zweitgrößten katholischen Bevölkerungsanteil

Die vietnamesische Regierung hatte den neuen Papst Benedikt XVI. zu dessen Wahl beglückwünscht und die Hoffnung auf bessere Beziehungen mit dem Vatikan ausgedrückt. Die Regierung teile "die Freude der katholischen Weltgemeinschaft und der katholischen Kirche Vietnams", hatte das Außenministerium in Hanoi erklärt. Nach den Philippinen hat Vietnam in Asien den zweitgrößten katholischen Bevölkerungsanteil (zehn Prozent).

Im Vorjahr war der Erzbischof von Ho-Chi-Minh-Stadt (Saigon), Jean-Baptiste Pham Minh Man, von Johannes Paul II. zum Kardinal erhoben worden. 2002 hatten die kommunistischen Behörden erstmals alle Bischöfe des Landes zum Ad-limina-Besuch nach Rom reisen lassen. Der vatikanische Missionsnachrichtendienst "Fides" berichtete über ein außerordentliches Wachstum der Kirche in Vietnam. Die Zahl der Katholiken habe in den vergangenen fünf Jahren um 14,4 Prozent zugenommen, während die Gesamtbevölkerung um 5,3 Prozent gewachsen sei. Vor einigen Monaten hatte die Regierung einer Gruppe ehemaliger Untergrundpriester die Möglichkeit der öffentlichen Seelsorge eröffnet. (APA)

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