Erster Sex: Steirischen Jugendlichen fehlt Beratungsstelle

14. März 2006, 18:05
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Grüne Jugend legt Konzept für "First-Love"- Einrichtung vor - Psycho-soziale- medizinische Hilfe für alle zwischen 12 und 20

Anonyme Information für alle Fragen in Sachen Sexualität für Jugendliche soll eine Einrichtung nach dem Vorbild der so genannten "First Love"-Ambulanzen künftig auch in der Steiermark bieten. "In der Steiermark werden zwar einige Informationen zum Thema Aufklärung angeboten, allerdings mangelt es an einer zentralen Stelle", so Thomas Marx von der Grünen Jugend Steiermark. Am Donnerstag hat er ein entsprechendes Konzept vorgelegt.

Immer noch Tabus

Das Thema erste Liebe und Sexualität würden nach wie vor in vielen Familien als Tabus behandelt, so der Grüne Jugend-Landesvorsitzende. "Die Folge ist die hohe Zahl an Schwangerschaften bei jungen Frauen und viele junge Mütter, die sich mit enormen Problemen konfrontiert sehen. Von der Gefahr einer HIV- oder Hepatitisinfektion gar nicht zu sprechen", erklärte Marx. Er hat ein gemeinsam mit Studierenden des Grazer FH-Studienganges Sozialarbeit erarbeitetes Konzept vorgelegt, wie man so eine Service- und Informationsstelle in der Steiermark umsetzen könnte.

Ungewollte Schwangerschaften

Zielgruppe wären Mädchen und Burschen im Alter zwischen 12 und 20 Jahren, die Fragen zum Thema Sexualität, Empfängnisverhütung, Geschlechtskrankheiten oder ähnlichem haben. Außerdem sollen Mädchen, die vor ihrer ersten gynäkologischen Untersuchung stehen, beraten werden - und noch mehr: "Wir wollen eine Institution, in der junge Menschen darauf vertrauen können, dass sie im Falle einer ungewollten Schwangerschaft kompetent beraten, psychologisch und sozialarbeiterisch betreut und über alle ihnen zur Verfügung stehenden Optionen informiert werden", so Projektleiter Christian Brickmann.

Auch für Burschen

Von einer richtig gehenden Ambulanz, die Beratung mit anonymer gynäkologisch-medizinischen Untersuchungen ermöglichen würde, über ein vom Spitalsbetrieb herausgelöstes "First-Love"-Center, einen Info-Bus, der Beratungen in der Region anbietet bis zu einem Internetserver reichen die Umsetzungsmodelle in dem rund 50-seitigen Konzept. Großer Wert wurde darauf gelegt, dass die Einrichtungen auch für die Burschen interessant sind. "Zum Sex gehören ja immer zwei", so Brickmann. Berücksichtigung sollen auch die Bedürfnisse von Jugendlichen mit Behinderungen und Einschränkungen sowie von Burschen und Mädchen aus Migrationsfamilien finden.

Geht es nach den Vorstellungen der Projektgruppe, sollte die steirische Ambulanz in spätestens zwei Jahren ihre Pforten öffnen. Die steirische Grüne Landtagsabgeordnete Edith Zitz will das Konzept nun den zuständigen Jugend- und Gesundheitslandesräten vorlegen. (APA)

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    Geht es nach den Vorstellungen der Projektgruppe, sollte die steirische Ambulanz in spätestens zwei Jahren öffnen

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