Besucher werden im Museum zu Hobby-Forschern

4. Mai 2005, 12:29
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Gäste können in Westfälischem Archäologiemuseum ermitteln wie Menschen vor 5.000 Jahren ausgesehen haben

Herne - Deutschlands erstes Forscherlabor für Besucher öffnet an diesem Freitag (29.4.) im Westfälischen Archäologiemuseum in Herne. Die Hobby-Forscher werden dort einen spannenden archäologischen Fall nachvollziehen. Tatort ist ein Großsteingrab aus dem westfälischen Warburg Kreis Höxter, das in dem 140 Quadratmeter großen Labor rekonstruiert wurde.

Besucher ermitteln Todesart

"An 14 Forschungsstationen sollen die Besucher ermitteln, wie die Menschen vor 5.000 Jahren ausgesehen haben", erläuterte die Leiterin des Archäologiemuseums, Barbara Rüschoff-Thale, am Donnerstag. "Und, im speziellen Fall eines etwa 35 Jahre alt gewordenen Mannes, woran er gestorben ist."

An jeder der Laborstationen kann der Hobby-Forscher nicht nur schrittweise mehr über das Leben der Warburger Menschen erfahren, er erhält auch Einblick in das Schicksal anderer westfälischer Vorfahren. Dies zum Beispiel mit DNA-Analysen, Altersdatierungen anhand der Radiokarbon-Methode oder durch antropologische Analysen. Damit kann bestimmt werden, ob Knochen von einer Frau oder von einem Mann stammen, wie sich Menschen ernährten oder unter welchen Krankheiten sie litten.

Am Ende des wissenschaftlichen Parcours können die Hobby-Forscher ihre Ergebnisse mit denen von Wissenschaftern vergleichen. Unter anderem ist dazu ein von der Pariser Gerichtsmedizin rekonstruiertes Gesicht eines Toten neben dem Originalschädel ausgestellt. Dabei handelt es sich, so ergaben es die Analysen, eher um einen Durchschnittswarburger der damaligen Zeit, "den man heute in der U-Bahn kaum als Ur-Ahn erkennen würde", so die Archäologin Rüschoff-Thale. (APA)

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