Hofmann-Gruppe will Anteile mittelfristig abgeben

9. Mai 2005, 14:02
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Zach bezeichnet "Problem Formenbau" als "Erbe von Androsch und Dörflinger"

Fohnsdorf/Wien - Die Aktionärsgruppe um den steirischen Industriellen Ernst Hofmann will sich mittelfristig aus dem börsenotieren burgenländischen Kunststoffhersteller HTP High Tech Plastics zurückziehen. Das hat der Hofmann-Anwalt und bisherige HTP-Aufsichtsrat Peter Zach am Donnerstag auf APA-Anfrage bestätigt.

Demnach hat die Gruppe bereits im Dezember 2004 ihre Stimmrechte an den neuen Unternehmenschef Kurt Helletzgruber übertragen. Die Anteile - in Summe rund 46 Prozent - seien zwar teilweise an Banken verpfändet. Diese hätten jedoch der Übertragung der Stimmrechte zugestimmt, erklärte Zach. Helletzgruber sei damit jetzt "bestimmender Aktionär" in der HTP. Zach und Hofmann hatten am Vortag ihren vorzeitigen Rückzug aus dem HTP-Aufsichtsrat erklärt. Dies sei Folge dieser Vereinbarung gewesen, so Zach.

Übertragen habe die Hofmann-Gruppe ihre Stimmrechte vor allem deshalb, um Helletzgruber die Arbeit mit der zweitgrößten Aktionärsgruppe, den Industriellen Hannes Androsch und Willi Dörflinger, zu erleichtern. Androsch hatte Hofmann wiederholt kritisiert. Außerdem sei Helletzgruber derjenige gewesen, der das notwendige Kapital für die Weiterführung der HTP aufgestellt habe. Die Umsetzung der beschlossenen Kapitalerhöhung habe der neue Vorstandschef damit sichergestellt, so der Rechtsanwalt.

Formenbau-Stilllegung "Erbe von Androsch und Dörflinger"

Laut Zach wird die Hofmann-Gruppe ihre HTP-Anteile nun mittelfristig komplett an Helletzgruber verkaufen - Zitat: "Man zieht sich nicht aus den Entscheidungen zurück, wenn man ein Unternehmen führen und weiter bestimmen will." Dennoch betonte der Vertreter der Hofmann-Gruppe, dass er Helletzgruber die erfolgreiche Weiterführung des Unternehmens zutraue. Der neue Vorstandschef habe auch das Vertrauen der Banken.

Die Stilllegung des Formenbaus in Fohnsdorf bezeichnete Zach als "Erbe von Androsch und Dörflinger". HTP hatte den Formenbau 2001 vom Leiterplattenproduzenten AT&S übernommen, der von Dörflinger geführt wird und an dem Androsch mit 20 Prozent beteiligt ist. Androsch und Dörflinger hatten sich damals im Gegenzug an HTP beteiligt.

Nach Meinung Zachs hätte der Formenbau bereits vor diesem Deal restrukturiert werden müssen. Formen für den Kunststoffspritzguss würden in Asien weit billiger produziert und könnten problemlos zugekauft werden. Schon früher sei klar gewesen, "dass der Formenbau in Europa nicht funktioniert". (APA)

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