Flut von Protest-Mails gegen Maggie Gyllenhaal nach US-Kritik

5. Mai 2005, 17:42
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Schauspielerin hatte mit einer Bemerkung über eine denkbare Mitverantwortung der USA für den 11. September "patriotische" Empörung ausgelöst

New York - Die amerikanische Schauspielerin Maggie Gyllenhaal ("Secretary") hat mit einer Bemerkung über eine denkbare Mitverantwortung der USA für die Terroranschläge des 11. September einen Sturm der Empörung ausgelöst. Entrüstete "Patrioten" legten nach US-Medienberichten vom Donnerstag mit tausenden e-mails eine Fan-Website für die 27-Jährige lahm.

Sie hatte in einem Interview zu ihrem neuen Film "The Great New Wonderful" über New Yorker, die direkt von den Anschlägen auf das World Trade Center betroffen waren, einen kritischen Umgang mit der US-Außenpolitik eingemahnt. Amerika habe "verwerfliche Dinge getan und ist in gewisser Weise mitverantwortlich", hatte Gyllenhaal dem New Yorker TV-Sender NY1 gesagt.

Die Schauspielerin, die unter anderem für ihre Rolle in "Mona Lisas Lächeln" Lob geerntet hatte, verteidigte sich inzwischen mit einer Presseerklärung gegen den Vorwurf, sie verrate ihre Heimat. Die Terroranschläge seien eine furchtbare Tragödie, betonte sie. Sie seien jedoch auch "eine Gelegenheit gewesen, mutig ernsthafte Fragen über Amerikas Rolle in der Welt zu stellen". Diesen Mut nicht aufzubringen bedeute, "die Opfer des 11. September zu verraten". (APA/dpa)

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