Maschinenbauer sind "moderat optimistisch"

9. Mai 2005, 13:44
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Gedämpfte Erwartungen für das laufende Geschäftsjahr - Exportzuwachs wird sich 2005 auf plus fünf Prozent halbieren

Wien - Nach einem guten Geschäftsjahr 2004 blickt die heimische Maschinen- und Metallwarenindustrie mit gedämpfteren Erwartungen auf das laufende Geschäftsjahr. Ein gutes Jahr 2004 sei zu Ende gegangen, die Ergebnisse für 2005 werden nicht ganz so gut ausfallen, betonte der Obmann des Fachverbandes der Maschinen- und Stahlbauindustrie in der Wirtschaftskammer (WKÖ), Clemens Malina-Altzinger, am Donnerstag bei der Jahrespressekonferenz. Für 2005 sei man "moderat optimistisch".

Dynamik lässt nach

Die Dynamik habe bereits gegen Ende des Vorjahres nachgelassen. Trotz der Abschwächung sei aber mit Impulsen aus dem Ausland, vor allem aus Asien und Osteuropa, zu rechnen. Für das laufende Jahr erwartet die Branche einen Mengenzuwachs von 3 bis 5 Prozent gegenüber einem Produktionszuwachs von 15,4 Prozent auf 31,1 Mrd. Euro im Vorjahr. Auch die Exporte werden sich nicht mehr so kräftig entwickeln wie 2004. Während die Ausfuhren im Vorjahr um 12 Prozent auf 20,4 Mrd. Euro zulegten, werden die Exporte heuer voraussichtlich mit plus 5 Prozent nur mehr halb so stark wachsen.

Die Auftragseingänge der Maschinenbauer und Metallwarenproduzenten legten im Vorjahr um 19,2 Prozent auf 30,7 Mrd. Euro zu, damit entfielen mehr als 43 Prozent der gesamten österreichischen Auftragseingänge auf die Unternehmen dieser beiden Branchen. Während die Maschinenbauer ihre Aufträge um 16,4 Prozent auf 13,3 Mrd. Euro steigern konnten, legte die Metallwarenindustrie nur um 10 Prozent auf 7,8 Mrd. Euro zu. Auf Grund des weltweit hohen Stahlbedarfs konnte der Bereich Metallerzeugung und -bearbeitung die Auftragseingänge um mehr als 32 Prozent auf 9,5 Mrd. Euro erhöhen.

Zahl der Betriebe um zwei Prozent gestiegen

Trotz der günstigen Auftragslage nahm die Zahl der Betriebe im Vorjahr um 2 Prozent auf 1.675 Unternehmen ab, die Zahl der Beschäftigten konnte hingegen um 1,5 Prozent auf knapp 160.000 Mitarbeiter gesteigert werden.

Nicht zufrieden war die Branche im Vorjahr mit der Ertragssituation. Dies sei auf die kräftigen Anstiege bei den Rohstoff- und Energiepreise zurückzuführen, so Malina Altzinger.

Nach der Stahlverknappung im Vorjahr werde es heuer kein Mengenproblem geben. Jeder, der Stahl benötige, werde auch Stahl bekommen, so der Fachverbandsvorsteher. Die Preise werden sich auf hohem Niveau stabilisieren. Die Stahlverbraucher hätten gelernt mit der Situation am Stahlmarkt besser umzugehen und haben aus den Engpässen im Vorjahr gelernt. Der starke Euro habe dazu geführt, dass ausländische Importeure nach Europa drängen, weil sie hier die besten Preise erzielen.

China: Mehr Stahl produziert als importiert

In China wurde im 1. Quartal 2005 erstmals mehr Stahl produziert als importiert. Ursachen dafür seien unter anderem verstärkte Investitionen in Infrastrukturprojekte wie Bahn, Kraftwerke, Industriehallen und Schiffe. Darüber hinaus habe China 65 Stahlwerke in Betrieb genommen und könne den asiatischen Markt versorgen.

Wichtigster Exportmarkt für die heimischen Maschinenbauer und Metallwarenerzeuger ist die EU mit einem Anteil von 72 Prozent. Deutliche Zuwächse wurden in Russland mit plus 20,6 Prozent und Kroatien mit plus 13,1 Prozent erzielt. Kräftige Zuwächse erzielte die Branche in den USA und in Asien. (APA)

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