Reiseboom in Lettland

9. Mai 2005, 15:59
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Der EU-Beitritt hat die kleine Balten-Republik Lettland ins Reisegeschäft katapultiert

Der internationale Flughafen der Hauptstadt Riga zählte 2004 erstmals mehr als eine Million Passagiere - rund die Hälfte mehr als im Vorjahr. In diesem Jahr werden bereits zwei Millionen Reisende erwartet. Der Ausbau des Airports läuft auf Hochtouren.

Bei der Neuverteilung des Markts mischen auch europäische Billigfluglinien mit. "Der Markt war vor dem EU-Beitritt unterversorgt. Neue Strecken und Anbieter mit niedrigen Preisen bringen großen Schub für die Passagierzahlen", sagt EasyJet-Sprecher Yannis Capodistrias.

Die neue Reiselust hat zwei Seiten. Nicht nur die Osteuropäer strömen visafrei in Richtung Westen, auch Touristen aus den alten EU- Ländern entdecken zunehmend die Schönheiten hinter dem einstigen Eisernen Vorhang. Die lettische Hauptstadt Riga gilt als Jugendstilmetropole und "Perle des Baltikums". "Das grenzenlose Europa rückt über den Wolken besonders dicht zusammen", wirbt etwa airBaltic, die größte Fluglinie der Region.

Als kürzlich Ryanair Riga ins Programm aufnahm, wurde dem Flughafen nochmals eine Senkung der Gebühren abgerungen. "Wir wollen ja Drehscheibe werden", meint im Verkehrsministerium Arnis Muiznieks, Abteilungsleiter Flug.

"Der Mythos von Riga als Transit-Flughafen wird schon seit langem kultiviert", sagt airBaltic-Chef Bertolt Flick. Bisher fliegen allerdings nach seinen Worten aus den Nachbarländern Litauen und Estland, nur wenige hundert Menschen täglich nach Riga. "Die Kunden wollen direkt von einem Ort zum anderen", sagt er.

Derzeit blickt die Branche gespannt nach Vilnius, wo die litauische Regierung versucht, die staatliche Lithuanian Airlines zu privatisieren. "Trotz der großen Zuwächse ist hier im Markt noch viel Luft", meinen die Experten und verweisen auf das niedrige Ausgangsniveau. Auch die Flughäfen in den Hauptstädten Litauens und Estlands, Vilnius und Tallinn, entwickeln Ausbaupläne. (apa)

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