Forum Mobilkommunikation kritisiert Salzburger Handymast-Studie

4. Mai 2005, 14:57
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Barmüller: Grundlegende wissenschaftliche Standards nicht erfüllt - Ziel Mobilfunkverbot in Salzburg

Die neue Studie des Salzburger Umweltmediziners Gerd Oberfeld, mit der er nach eigenen Angaben weltweit zum ersten Mal nachgewiesen habe, dass auch die Strahlung von Mobilfunk-Sendeanlagen die Hirnströme beeinflusse, wird vom Forum Mobilkommunikation (FMK) bezweifelt. Sie sei ein Versuch, die Bevölkerung zu verängstigen, um ein Mobilfunkverbot zu erreichen, meinte FMK-Geschäftsführer Thomas Barmüller am Donnerstag in einer Aussendung.

Keine wissenschaftliche Standards

Die Messung sei im Original noch gar nicht veröffentlicht, kritisierte Barmüller. Was aber bisher bekannt wurde, erfülle schon auf den ersten Blick grundlegende wissenschaftliche Standards nicht: "Diese Messung wurde weder doppelblind durchgeführt noch von einer zweiten unabhängigen Stelle wiederholt, dennoch wurde sie nun unmittelbar nach der Einigung mit der Stadt Salzburg über den UMTS-Ausbau veröffentlicht."

Mobilfunkverbot?

Barmüller schließt daraus, dass die Landessanitätsdirektion Salzburg ein Mobilfunkverbot zum Ziel habe, "wie sie selbst offen sagt". Um dieses Ziel zu erreichen, instrumentalisiere sie bestehende Sorgen der Bevölkerung im Zusammenhang mit Mobilfunk. "Ich halte das für verantwortungslos und fordere den zuständigen LHStv. (Othmar, Anm.) Raus auf, endlich korrekt zu handeln." Es sei bedauerlich, "dass das Land Salzburg in Sachen UMTS-Versorgung mit allen Mitteln gegen die Stadt Salzburg arbeitet", so Barmüller.

Der Wissenschaftliche Beirat Funk habe erst kürzlich in einer Konsensus-Konferenz festgestellt, dass "eine Beeinträchtigung der kognitiven Fähigkeiten bei Exposition durch Mobilfunk bei Einhaltung der Grenzwerte nach heutigem Wissensstand eindeutig auszuschließen" sei.

Unterschiedliche Gehirnströme

Oberfeld kam in seiner Studie mit zwölf Personen zum Schluss, dass unterschiedlich starke Strahlung einer Handy-Sendeanlage auch unterschiedliche Gehirnströme bewirke. Zudem hätten elf der zwölf Probanden während der höheren Bestrahlung Herzklopfen, Unwohlsein, Atemnot und Ähnliches verspürt.(APA)

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