Demner: "Großteil der Werbung ist fad"

17. Mai 2005, 21:37
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Plädoyer für kreative Werbung und starke Marken beim Marken-Symposium

Ein Plädoyer für kreative Werbung hat der heimische Werbeprofi Mariusz Jan Demner auf dem diesjährigen "Marken-Symposium" gehalten. "Es wird nicht zu wenig, sondern zu viel für Werbung ausgegeben", bedauerte der Agenturchef von Demner, Merlicek & Bergmann. "Und zwar für Werbung, die fad ist und nicht aneckt."

"Inhalte orientieren sich am Mitbewerber"

In dieselbe Kerbe schlug Christian Schölnhammer vom Beratungsunternehmen und Veranstalter der Fachveranstaltung Institute of brand logic in Innsbruck: "Das Produkt wird in der Werbung nicht mehr thematisiert, die Inhalte orientieren sich mehr am Mitbewerber als an der eigenen Marke."

Archetypen

Carol S. Pearson, Marketing-Expertin aus den USA, betonte die Bedeutung von Archetypen für eine spannende Markenführung: "Laut einer Studie von Young & Rubicam werden die 50 erfolgreichsten Marken der Welt mit einer archetypischen Geschichte verbunden. Je mehr sie diesen Mythos pflegen - zum Beispiel Nike den Helden -, desto größer waren auf lange Sicht die Gewinne."

"Ohne Aufmerksamkeit verschimmelt die beste Strategie"

Ein Erfolgsprinzip starker Marken sei auch die Balance zwischen Kontinuität und Erneuerung. Von Effekthascherei wolle man sich dennoch distanzieren: "Ein greller TV-Spot kann zwar eine ganze Nation zum Lachen bringen. Die nachhaltige Kaufbereitschaft und Glaubwürdigkeit ist damit aber noch nicht gesichert", betonte Wolfgang Rigger von brand logic. Aufmerksamkeit sei jedoch Wirkungsvoraussetzung von Werbung, verteidigte Demner seine Branche. "Ohne Aufmerksamkeit verschimmelt die beste Strategie." (APA)

Das wichtigste Kapital eines Unternehmens sei die Marke an sich, so der Tenor auf dem Symposium, an dem rund 250 Marketing-Experten und Führungskräfte teilnahmen.
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