Psychoterror am Arbeitsplatz: In 40 Prozent der Büros wird schikaniert

1. Mai 2005, 18:46
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Mobbing passiert, wenn die Kommunikation nicht stimmt und Unklarheit herrscht - Minimalverdiener sind häufigste Opfer

Wien - Nach einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Imas, die am Donnerstag in Wien präsentiert wurde, wird an mehr als 40 Prozent der österreichischen Arbeitsplätzen gemobbt. Elf Prozent der Befragten gaben sogar an, dass sie mehrmals pro Monat systematisch schikaniert werden. Betroffen sind überdurchschnittlich viele Wiener. Männer und Frauen sollen in gleichem Maß unter "heimtückischen" Kollegen oder Vorgesetzten leiden.

Minimalverdiener werden häufiger gemobbt

Die vom Büromöbelhersteller Blaha in Auftrag gegebene Studie, in deren Rahmen mehr als 1.000 Österreicher befragt worden sind, förderte weitere Details zu Tage: Vor allem Personen, die weniger als 1.400 Euro verdienen, sind vom Mobbing betroffen. Häufiger als ihre jüngeren Kollegen sind offenbar Beschäftigte ab 45 Jahren Opfer der Schikane.

Während das Phänomen Mobbing in österreichischen Büros immer mehr um sich greift, scheint das Problem selbst vielen Unternehmen noch nicht bewusst zu sein, meinte Doris Eyett, Research Director von Imas International. Gründe für diese Zahlen sehen die Studienautoren unter anderem in den kontinuierlich steigenden Arbeitszeiten, im immer stärker werdenden Druck auf die Beschäftigten, verstärkt durch die Angst, den Arbeitsplatz zu verlieren.

Wenn die Kommunikation nicht stimmt

Mobbing passiert, wenn die Kommunikation nicht stimmt und hat meist strukturelle Ursachen," erklärte der ÖGB. Eine freundliche Arbeitsumgebung mit moderner Büroausstattung allein reiche nicht aus, um Mobbing zu verhindern.

Unklare Kompetenzaufteilung

"Unklare Hierarchien im Betrieb, eine unklare Kompetenzaufteilung und der zunehmende Druck am Arbeitsplatz sind die häufigsten Ursachen für Mobbing", erläuterte ÖGB-Mobbling-Expterin Anni Musger-Krieger.

Folgen

Folgen sind sinkende Motivation, Krankheiten, Panikattacken und im schlimmsten Fall Depressionen. Jeder sechste Selbstmord in Österreich soll damit in Zusammenhang stehen, hieß es bei der Pressekonferenz.

Für betroffene Gewerkschaftsmitglieder gibt es ein ÖGB-Beratungszentrum, erreichbar unter der Telefonnummer 01/53444-344. Für die Inanspruchnahme der Mobbing-Beratung ist eine Terminvereinbarung erforderlich. (APA)

  • Das Phänomen Mobbing greift in österreichischen Büros immer mehr
um sich
    grafik: red/si

    Das Phänomen Mobbing greift in österreichischen Büros immer mehr um sich

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