Jacksons Exfrau berichtet unter Tränen über ihre Ehe

29. April 2005, 15:47
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Emotionsgeladene Zeugenvernehmung - Mutter der zwei Kinder berichtet Jackson unter Druck als guten Vater dargestellt zu haben

Santa Maria - Als Zeugin der Anklage im Prozess gegen US-Popstar Michael Jackson hat dessen Exfrau Debbie Rowe unter Tränen von ihrem verzweifelten Kampf um Kontakt zu den beiden gemeinsamen Kindern berichtet.

In der Hoffnung, ihre bei Jackson lebenden Kinder wiedersehen zu können, sei sie einer Bitte ihres Exmanns nachgekommen und habe ihn wider besseren Wissens in einem Fernsehinterview als vorbildlichen Vater dargestellt, gestand Rowe am Mittwoch in einer emotionsgeladenen Zeugenvernehmung am Gerichts in Santa Maria. Sie sagte zudem, sie habe vor, während oder nach der Ehe "nie ein Zuhause mit Michael Jackson geteilt".

Jackson bat um Hilfe

Im Mittelpunkt der Befragung stand ein Interview, in dem Rowe Anfang 2003 ausführlich und in schmeichelhaften Worten von ihrem Exmann Jackson, dem Vater ihrer Kinder, gesprochen hatte. Die Initiative dafür ging von Jackson selbst aus, sagte Rowe. Nach mehr als drei Jahren ohne jeden persönlichen Kontakt habe er sie Anfang 2003 angerufen und gebeten, sich vor der Kamera positiv über seine Vaterqualitäten zu äußern, sagte Rowe. "Er sagte mir, es würde bald ein Film ausgestrahlt, der voller Lügen sei, und er bat mich um Hilfe. Ich sagte: 'Ja, wie immer'."

Zu diesem Zeitpunkt wusste Jackson bereits von der bevorstehenden Ausstrahlung eines Fernsehfilms, der seine Beziehung zu Kindern hinterfragte und der schließlich den Anstoß für den gegenwärtigen Missbrauchsprozess gab.

Antworten waren nicht vorformuliert

Sie habe Jackson nach dem Anruf in einem Fernsehinterview als "wundervollen Mann" und vorbildlichen Vater gelobt, obwohl dies nicht ihrem wahren Eindruck entsprochen habe, gestand Rowe. Sie bestritt allerdings, dass ihre Antworten von Jacksons Leuten vorformuliert waren. Sie habe frei gesprochen und dabei in der Hoffnung geschwindelt, "wieder mit den Kindern zusammenzukommen und wieder mit deren Vater in Kontakt zu treten". Auf die Frage, warum sie wieder mit Jackson zu tun haben wollte, blickte Rowe ihren Exmann im Gerichtssaal mit Tränen in den Augen an und sagte: "Er ist mein Freund." Immer wieder brach sie in Schluchzen aus und wischte sich Tränen aus dem Gesicht.

Kinder als Druckmittel

Rowes Aussage war weniger explosiv als erwartet. Prozessbeobachter werteten sie als Enttäuschung für die Anklage. Diese hatte angekündigt, Rowe werde aussagen, dass das Jackson-Lager ihr die Äußerungen in dem Fernsehinterview vorgegeben habe und dabei den Zugang zu ihren Kindern als Druckmittel eingesetzt habe. Die Juraprofessorin Laurie Levenson urteilte: "Ihre Aussage schadet der Anklage eher, weil sie sagte, dass ihr die Antworten nicht vorgegeben wurden und dass sie nicht unter Druck gesetzt wurde."

Rowe will Sorgerecht

Rowe kämpft derzeit um die Rückgabe des Sorgerechts für ihre Kinder. Sie habe die beiden seit zweieinhalb Jahren nicht mehr gesehen. Im Jahr 2001 hatte sie das Sorgerecht ihrem Exmann überlassen. Vor Gericht begründete sie diesen Schritt damit, dass die Besuche bei ihren Kindern zuvor oft "unangenehm" gewesen seien. Jackson sei mit den Kindern oft im Ausland gewesen, wenn sie zu Besuch kam. "Und immer wenn ich ihnen etwas mitbringen wollte, etwa Stifte oder Fingerfarbe, war das Kindermädchen sehr besorgt, dass sie sich schmutzig machen könnten."

Schweigegeld

Rowe äußerte sich bisher so gut wie nie zu ihrer Ehe mit Michael Jackson. Vor einigen Monaten wurden Gerichtsdokumente bekannt, denen zufolge sich Rowe bei der Scheidung gegen eine Zahlung von mehreren Millionen Dollar zum Schweigen verpflichtet hat. Ausdrücklich verboten wurden ihr Äußerungen zu Jacksons Drogenkonsum, zu seinem Sexualverhalten und zur Frage, wie er die Kinder zeugte.

Jackson ist angeklagt, zwischen Februar und März 2003 einen damals 13-jährigen krebskranken Buben mit Alkohol gefügig gemacht und sich dann an ihm vergangen zu haben. Außerdem soll er den Buben und seine Familie auf seiner Ranch gegen deren Willen festgehalten haben und geplant haben, sie zu entführen. Im Falle einer Verurteilung drohen dem einstigen "King of Pop" bis zu 20 Jahre Haft. Der 46-jährige Sänger bestreitet alle Vorwürfe. (APA)

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    Michael Jacksons Exfrau Debbie Rowe als Zeugin der Anklage im Kindesmißbrauchsprozeß

  • Debbie Rowe ist die Mutter von Jacksons Kindern Paris and Prince Michael II

    Debbie Rowe ist die Mutter von Jacksons Kindern Paris and Prince Michael II

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