USA: Forschergremium empfiehlt Tierversuche mit menschlichen Stammzellen

4. Mai 2005, 14:52
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Jedoch Experimente abgelehnt, die menschliche Stammzellen in die Geschlechtsorgane oder das Gehirn von Tieren integrieren würden

New York - Ein renommiertes Forschergremium, das die US-Regierung in wissenschaftlichen Fragen berät, hat Tierexperimente mit menschlichen Stammzellen offiziell befürwortet. Der Vorschlag, solche Versuche zuzulassen und mit öffentlichen Geldern zu fördern, gehört zu einem Katalog ethischer Richtlinien, den die Nationale Akademie der Wissenschaften (NAS) am Mittwoch vorlegte.

Darin empfiehlt die NAS, an Tieren zu testen, ob sich aus embryonalen Stammzellen des Menschen einmal Ersatzorgane für schwer kranke Patienten ziehen lassen. Derartige Versuche werden derzeit in den USA schon gemacht, in der Regel aber nicht mit öffentlichen Geldern gefördert.

Unerwünschtes

Dagegen lehnt die Akademie alle Experimente ab, die menschliche Stammzellen in die Geschlechtsorgane oder das Gehirn von Tieren integrieren würden. Im ersten Fall bestände theoretisch die Gefahr, dass sich Tiere mit menschlichen Eizellen und menschlichem Samen miteinander fortpflanzen könnten. Im anderen Fall sei möglicherweise nicht ganz auszuschließen, dass sich künstlich erhöhte Intelligenz in einem Tier entwickeln könnte, vor allem dann, wenn die embryonalen Stammzellen in Menschenaffen verpflanzt würden.

Die NAS wirft Washington vor, in Sachen Stammzellenforschung bisher keine klare Linie verfolgt zu haben. Ihr eigener Katalog wendet sich an alle Universitäten und zuständigen Institute in den USA und bietet sich auch dem Kongress als Grundlage für künftige Gesetzesvorlagen an. (APA/dpa)

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