Neuer Schlagabtausch im Streit um Schönbrunn

4. Mai 2005, 16:39
posten

Die Verkehrsströme sollten so umgeleitet werden, dass deutlich weniger Autos direkt vorm Schloss vorbeirauschen

Wien - Simmering gegen Kapfenberg? Schönbrunn gegen Stadt Wien - das ist Brutalität. Der Streit war um die geplante Umgestaltung des Vorplatzes entbrannt. Da die Stadt Wien heuer nicht wie vereinbart die neue Verschwenkung des Verkehrs umsetzt, hatte Schönbrunn-Geschäftsführer Franz Sattlecker die Umgestaltung "für gestorben" erklärt. Wie DER STANDARD berichtete, sollten die Verkehrsströme so umgeleitet werden, dass deutlich weniger Autos direkt vorm Schloss vorbeirauschen.

Genau zwei Wochen später reagierte nun SP-Gemeinderat Ernst Pfleger: In einer neuen Flächenwidmung würden für das Vorfeld Schönbrunn "die Rahmenbedingungen des damaligen Wettbewerbs zur Gänze berücksichtigt".

Nur müsse man "von der Schlossgesellschaft bzw. Herrn Sattlecker rasch wissen, ob wir das Projekt wie geplant weiter verfolgen können oder nicht. Jedenfalls muss die Schlossverwaltung, sollte Herr Sattlecker seine schwer nachvollziehbare Haltung zum Projekt wieder ändern, noch vor der Beschlussfassung der neuen Widmung eine Einigung mit dem Sportverein Union West Wien herbeiführen." Pfleger: "Das Risiko, dass für die Westeinfahrt Wiens keine rechtlich einwandfreie Lösung bestünde, kann die Stadt nicht eingehen."

Warten auf Gespräche

Sattleckers Reaktion: "Da die Situation vor dem Schloss verkehrstechnisch wie gehabt problematisch bleibt, ist für uns das Gesamtprojekt wenig attraktiv und im Prinzip obsolet geworden. Wenn die Stadt Wien trotzdem darauf Wert legt, weitere Teilprojekte wie den Garagenbau umzusetzen, so sind wir gerne bereit, darüber Gespräche zu führen."

Aber: Es werde nun "an der Stadt Wien liegen, wieder eine tragfähige Vertrauensbasis herzustellen - etwa durch die verbindliche Zusage der in Wien üblichen Förderungsgelder im Garagenbau oder gar die Übernahme des gesamten Projektes".

Im Übrigen seien die Bemühungen des Wirtschaftsministeriums, Gesprächstermine mit dem Büro des zuständigen Stadtrates zu vereinbaren, "bis dato mangels Reaktion der Stadt Wien nicht erfolgreich gewesen". (frei, DER STANDARD Printausgabe 28.4.2005)

Share if you care.